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Die Fronten bleiben verhärtet

Das Spitalzentrum Biel und Paul Knecht konnten sich gestern nicht auf

Noch immer ist dem ehemaligen Bieler Spitaldirektor Paul Knecht nicht klar, weshalb er am 26.Februar Knall auf Fall entlassen wurde: «Ich möchte endlich wissen, was ich falsch gemacht habe.» Bei der Spesenabrechnung, die vom Verwaltungsrat als Grund genannt worden war, sei alles mit rechten Dingen zu und her gegangen, sagt er. «Wir wissen sechs Monate nach der Entlassung immer noch nicht, was der wichtige Grund für die Entlassung gewesen sein soll», sagte auch Knechts Anwalt Claude Thomann gestern anlässlich der Aussöhnungsverhandlung vor dem Zivilrichter. Es geht um Millionen Knecht hatte auf die Entlassung mit einer Klage reagiert, in der er insgesamt einen siebenstel-ligen Betrag fordert. Die Summe setzt sich zusammen aus Überzeit- und Ferienguthaben, die Knecht nicht ausbezahlt worden seien, Spesen sowie dem Lohn bis Ende Jahr. Hinzu kommt eine Entschädigung von 180500 Franken, einem halben Jahresgehalt. Der Anwalt von Paul Knecht öffnete gestern aber die Tür für eine aussergerichtliche Einigung. Sein Mandant sei bereit zu einer Mediation. Anwalt Thomann gab zu bedenken: «Auch wenn bei einem Prozess am Schluss jemand juristisch Recht erhält, kann es fast nur Verlierer geben.» Und verwies auf die Steuerzahler, die für diese Kosten aufkommen müssten. Zudem wolle er es seinem Mandanten möglichst ersparen, auf mehreren juristischen Ebenen für sein Recht kämpfen zu müssen. Denn zur strafrechtlichen und zivilrechtlichen Auseinandersetzung könnte im Extremfall auch noch eine sozialversicherungsrechtliche Auseinandersetzung hinzukommen. Dies, falls sich Knecht mit der Pensionskasse des Spitals nicht über seine Rentenansprüche einigen kann. «Es gab gute Gründe» Das Spitalzentrum hatte für Knechts Forderungen kein Gehör: Es lehnt eine aussergerichtliche Einigung zum jetzigen Zeitpunkt kategorisch ab, wie Anwalt Peter Bratschi klarmachte. Der Rechtsvertreter des Spital-Verwaltungsrates sagte, man halte am Standpunkt fest und sei überzeugt, dass wichtige Gründe für die fristlose Entlassung vorlägen. Er verwies dabei auf die laufende Vorprüfung für ein Strafverfahren, bei der sich «eine neue Ebene eröffnet» habe. Befremdet zeigte er sich darüber, dass Paul Knecht ausgerechnet vom ehemaligen Anwalt des Spitalzentrums Biel vertreten wird. Spital mit Gegenklage Bratschi kündigte überdies eine Gegenklage gegen Paul Knecht an. «Durch sein Verhalten ist dem Spitalzentrum ein erheblicher Schaden entstanden», sagte der Anwalt vor Gericht. In einer Medienmitteilung ergänzte das Spitalzentrum, dass die konsequente Geltendmachung des Schadens auch einer Forderung der Gesundheits- und Fürsorgedirektion entspreche. Es geht darum, Geld, das Paul Knecht widerrechtlich bezogen haben soll, zurückzufordern. Die entsprechende Klage wird derzeit vorbereitet. Auch aus diesem Grund sei man nicht bereit gewesen, sich auf einen Vergleich einzulassen, hiess es von Spital-seite. me/bt >

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