Zum Hauptinhalt springen

Die Energiepolitik des Bundes steht auf immer mehr Standbeinen

Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie, verbreitete im Ustermer Stadthofsaal verhaltenen Optimismus - trotz drohenden Engpässen.

Uster. - Das Wirtschaftsforum Uster (WFU) hatte zum 19. Topanlass in den Stadthofsaal geladen. Aufs Podium stieg Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie. Thema seines Vortrags: «Energiepolitik - quo vadis?». Der Saal war gut besetzt, als WFU-Präsident Peter Bühler zur Begrüssung schritt und seine Sicht der Energiepolitik kurz darlegte. Er sprach sich für Atomstrom aus und ärgerte sich über die «Verteufelung des Autos». Er lobte die Schweiz, weil sie von den Ländern in Europa den geringsten CO2-Ausstoss pro Kopf habe.

Strom wird knapp werden

Walter Steinmann erklärte, warum dies so ist: «In China und Indien steigt der CO2-Ausstoss, weil wir dort unsere Güter produzieren lassen.» In diesen Ländern gehe fast jede Woche ein Kohlekraftwerk ans Netz. Dass dort Strom mit Kohle erzeugt werde, sei zwar problematisch, habe aber einen ganz einfachen Grund: Kohle sei der billigste fossile Energieträger. Von dem damit billig erzeugten Strom profitieren wir dann in der Schweiz und schönen gleichzeitig auch noch unsere CO2-Bilanz.

Dass sich die Energiepolitik nicht nur bei der Energie Uster AG verändert, wie Verwaltungsratspräsident und Stadtrat Thomas Kübler (FDP) eindrücklich erläuterte, sondern auch beim Bund, das veranschaulichte Walter Steinmann. Dass der Energieverbrauch in der Schweiz bis 2035 um 27 Prozent gesenkt werden könnte, sei denkbar. Der Preis dafür sei ein um 29 Prozent höherer Stromverbrauch. Und damit war er auch schon beim Thema. In der Schweiz drohe ab 2020 nämlich ein Versorgungsengpass. Um die Lücke zu schliessen, werde man - vorübergehend - nicht auf Grosskraftwerke verzichten können. Dass die Lücke - längerfristig - mit dem Bau von AKW geschlossen werden könnte, glaubt Steinmann nicht so recht. Über AKW müsse das Volk abstimmen, und das sei sehr skeptisch. Der Bund setzt deshalb auf einen bunten Strauss von Massnahmen, um die Energieversorgung sicherzustellen: effizientere Nutzung, erneuerbare Energien, Ausbau der Wasserkraft, Wärmekraftkopplungen, Solarenergie, Biomasse, Geothermie, Windkraft etc. Steuern lasse sich das Verhalten der Konsumenten am einfachsten über den Preis: «Wenns wehtut, wird schnell gehandelt. Als das Öl teurer wurde, wurden sofort Häuser isoliert, und heute ist Minergiestandard der gültige Standard beim Bau.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch