Zum Hauptinhalt springen

Der ehemalige Gemeindepräsident Hans Isler sagt der SVP Adieu

Die SVP Meilen hätte den nicht ganz unerwarteten Abgang des langjährigen, prominenten Mitglieds gerne geheim gehalten.

Von Lorenzo Petrò Meilen – Edwin Bolleter, unbequemes Meilemer SVP-Mitglied, hat öffentlich gemacht, was SVP-Ortsparteipräsident Roberto Martullo gerne für sich behalten hätte: Vor einem Monat gab der langjährige Gemeindepräsident Hans Isler den Austritt aus der Volkspartei. Bolleter hat im «Zürcher Boten» vom 27. August, dem Parteiblatt der SVP-Kantonszentrale, den Austritt von Isler publik gemacht und macht den ehemaligen Gemeindepräsidenten in seinem Leserbrief verantwortlich für den Niedergang der SVP Meilen. So habe bei Islers Eintritt in den Gemeinderat vor 12 Jahren die SVP dort noch drei Sitze innegehabt. Heute sei es noch einer. Isler habe das Mitbestimmungsrecht der Meilemer beschnitten, indem er die Gemeindewerke privatisiert habe, und er habe eine Million Steuergelder verschwendet mit dem gescheiterten Dorfkern-Projekt Nucleus. Dies sei eine schlechte Bilanz für einen, den die SVP portiert und dem sie den gesamten Wahlkampf finanziert habe. Blocher-Kurs nicht Islers Ding Den Angriff nimmt Isler gelassen hin. «Zu oft hat Bolleter mir Ähnliches in Leserbriefen bereits vorgeworfen. Ich weiss wirklich nicht, was ich ihm angetan habe, dass er mich immer wieder aufs Korn nimmt.» Den Austritt aus der Partei bestätigt er. Gründe möchte er keine nennen. Das muss er auch nicht: Isler, der zu BGB-Zeiten zur Partei gestossen ist, machte in der Vergangenheit nie ein Hehl daraus, dass der neue Kurs der SVP nicht sein Ding ist. Dass er als seinen Nachfolger Christoph Hiller (FDP) aufgebaut hat, vervollständigt das Bild. Er wird der SVP aber nicht untreu. «Ich will keiner Partei mehr angehören», sagt Isler. Roberto Martullo, Präsident der Meilemer SVP und Blocher-Schwiegersohn, bedauert den Abgang von Isler. «Wer in der SVP ist, der bleibt normalerweise auch in der SVP, wenn ihm der Vorstand nicht mehr passt. Man kommt dann einfach nicht mehr an die Versammlungen», sagt er. Dem Austritt sei jedoch kein Streit vorausgegangen. Hans Isler habe schon vor längerer Zeit zu verstehen gegeben, dass mit seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat auch seine Zeit in der SVP ablaufe. Parallelen zum Fall Landis Hans Isler habe keineswegs der Rückhalt in der Partei gefehlt, wie Bolleter es in seinem Leserbrief weiter schreibt. «Der Gemeindepräsident hatte oft das Wort an Parteiversammlungen und wusste immer wieder zu überzeugen.» Allerdings habe er auch Niederlagen einstecken müssen, etwa beim Projekt Nucleus oder der Flaniermeile auf der Dorfstrasse, welche die SVP abgelehnt hatte. Für Martullo kommt es nicht sonderlich überraschend, dass einem liberalen SVP-Mitglied der neue, stramme Kurs in der Meilemer Ortssektion zu viel wird. Vor einem Jahr hatte diese bereits einen prominenten Austritt zu vermelden: Der ehemalige Meilemer SVP-Gemeindepräsident Walter Landis liess sich damals in den Zürcher Vorstand der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) wählen. Bereits im Vorfeld war er wegen seiner Blocher-feindlichen Aussagen und öffentlich ausgesprochenen Sympathien zur SVP-Abspaltung BDP in Ungnade gefallen. Martullo will weitermachen «Nun, das war eine andere Geschichte», sagt Martullo. Es wehe aber nun einmal ein anderer Wind, seit Adrian Bergmann, Martullo selber und Yves Gadient, der Zürcher SVP-Parteisekretär, Einsitz im Vorstand genommen hätten. Der Partei sei dies jedoch keineswegs abträglich. Seit einigen Monaten hielten sich die Eintritte und die Austritte in der Meilemer SVP in etwa die Waage. Hans Isler: Nicht nur beim Dorfkern war er anderer Meinung als die SVP. Foto: Sabine Rock

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch