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Demokratie Auf die Mobilisierung kommt es an, TA vom 8. Juli

Demokratie Auf die Mobilisierung kommt es an, TA vom 8. Juli Schweigende Mehrheit motivieren. Der Artikel von Hans Kissling, der das Problem der Mobilisierung der potenziellen Wahlberechtigten beleuchtet, ist hochinteressant. In einer Volksherrschaft soll der Wille der Mehrheit regieren und die Minderheit sich fairerweise dem Entscheid fügen. Die Wahlbeteiligung in der Schweiz liegt in der Regel unter 50 Prozent. Wenn also eine Vorlage bei 30 Prozent Wähleranteil mit knapp 50 Prozent obsiegt, so bestimmen 15 Prozent der Wahlberechtigten über die Geschicke des Landes. Warum ist die schweigende Mehrheit gewillt, sich ihre vitalen Lebensinteressen von einer Minderheit diktieren zu lassen, obwohl sie oft frustriert über das verfilzte Polit-Establishment klagt? Während in anderen Ländern Menschen mit ihrem Leben dafür kämpfen, politisch mitbestimmen zu können, verzichtet bei uns eine Mehrheit aus Bequemlichkeit und Frust darauf, dieses Recht zu beanspruchen.Allerdings ist dieses Phänomen nicht neu. Bereits der Grieche Perikles sagte: «Denn wir halten denjenigen, der an den Angelegenheiten des Staates gar keinen Teil nimmt, nicht für einen stillen und ruhigen, sondern für einen unbrauchbaren Bürger.» Eine Strategie zu entwickeln, um die Trägheit dieser Wählermasse zu überwinden, und sie zu motivieren, ins Polit-Geschehen einzugreifen, ist demnach ein Hauptanliegen einer echten Demokratie. Mit Recht sieht Hans Kissling in der Sozialdemokratischen Partei als Partei der Arbeiter und Mieter, die rund zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung ausmachen, ein enormes Potenzial, das Politgeschehen in ihrem Interesse zu bestimmen. Der Slogan «Für alle statt für wenige» bringt das Anliegen einer humanistischen Politik auf den Punkt. Und deshalb müssen alle angespornt werden, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Waldemar Santi, Uitikon

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