Zum Hauptinhalt springen

Das Smartphone bringt Radfahrern das Unterland nahe

Auf 35 Kilometern führt eine neue Themenroute vom Zürcher Stadtrand ins Neeracherried und zurück. An acht Posten gibt es Wissenswertes über die Kulturlandschaft vor der Haustür zu erfahren – entweder auf Infotafeln oder als Hörbeitrag aus dem Internet.

Von Christian Wüthrich Steinmaur – Die Internetgeneration in die Landschaft hinauslocken – mit dieser Idee hat der Steinmaurer Forstingenieur Christian Dünki die neue Rundstrecke für Velofahrer eingerichtet. Bei der Routenwahl waren ihm besonders die traditionellen Kulturlandschaften wichtig. Acht ausführliche Informationstafeln hat er dazu entworfen. «Man muss zum Glück aber nicht alles lesen», scherzte er gestern bei der Einweihung der Route. Denn für Lesemuffel gibt es im Internet unter www.tradikula.ch auch noch Hörbeiträge zu jedem Standort. Zu Wort kommen Zeitzeugen und Fachleute, die Anekdoten und Geschichten aus dem Landwirtschaftsalltag zu erzählen wissen, als noch keine Traktoren und Mähdrescher über die Felder fuhren. Einmal auf dem Rundkurs, kann mittels Smartphone jeder Beitrag heruntergeladen und direkt vor Ort angehört werden. Günstiger ist es, wenn man die Interviews vorgängig zu Hause am Computer herunterlädt und als abgespeicherte Datei auf sein mobiles Gerät lädt, das auch jeder beliebige MP3-Player sein kann. 1) Der Startpunkt der 35 Kilometer langen Route durch den Bezirk Dielsdorf liegt auf Zürcher Stadtgebiet am Bahnhof Affoltern. An diesem Posten, wo weit und breit kein Kulturland mehr zu erspähen ist, dreht sich alles um die Siedlungsentwicklung. 2) In Katzenrüti steht der «Philosophische Bauer Kleinjogg» im Mittelpunkt, der im 18. Jahrhundert an diesem Ort wirkte. «Er war damals seiner Zeit wohl um 150 Jahre voraus», so Dünki. 3) Bei der Kirche Rümlang erfährt man mehr über die Legende um «De glismet Chileturm». Denn in Rümlang wurde früher als Heimarbeit viel gestrickt. 4) In Niederhasli erfährt der Velofahrer mehr über die Forstwirtschaft und speziell über die Eichen.5) Im Obstgarten der Vereinigung Fructus in Niedersteinmaur warten Geschichten über die Hochstammkulturen, die fast gänzlich verschwunden sind. 6) Am Schipkapass, dem einstigen Bahnübergang ins Furttal bei Nassenwil, trifft man überraschend auf alte Gleise und erfährt mehr über den Einfluss des Bahnbaus auf die Landschaft der damaligen Zeit um 1865.7) Dass das Furttal einst sumpfiges Terrain war und erst 1923 als letztes Tal im Kanton Zürich entwässert wurde, lernen die Velofahrer am Posten in Buchs. 8) Zum Abschluss zeigen die Macher der Tour im bäuerlichen Unteraffoltern auf, wie und warum ein intakter Lebensraum auch heute von Nutzen ist. Angestachelt durch einen Urner Der Ursprung von Dünkis Idee zur Veloroute geht übrigens auf einen Kollegen aus dem Kanton Uri zurück, der meinte, die Zürcher hätten gar keine schönen Kulturlandflächen. «Das hat mir wehgetan, denn es stimmt nicht», sagt der Steinmaurer. Den Gegenbeweis tritt er nun mit der Internet-gestützten Velotour durchs Unterland an. Einmal auf dem Rundkurs, kann mittels Smartphone jeder Beitrag heruntergeladen und direkt vor Ort angehört werden. Infotafel oder Mobiltelefon: Die Radfahrer haben die Wahl. Foto: Leo Wyden

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch