Zum Hauptinhalt springen

«Das Niveau war enorm hoch»

Die WM im Kanuslalom

An der WM im spanischen La Seu d’Urgell landete Mike Kurt im ersten Qualifikationslauf auf Platz 20. Dies mit einem Rückstand von knapp fünf Sekunden auf den Laufschnellsten, Joan Crespo aus Spanien. Im zweiten Umgang war der 29-jährige Wiedlisbacher dann fast 1,5 Sekunden schneller, doch dies reichte nur zu Platz 32. Kurt verpasste die Halbfinalqualifikation um zwölf Ränge. «In beiden Läufen war ich oben optimal auf Kurs und verlor jeweils unten ein wenig Zeit», analysiert Kurt seine Auftritte in Spanien. «Das Niveau war enorm hoch und die Spitze brutal eng zusammen», so das Mitglied der Solothurner Kajakfahrer weiter. «Hätte ich eine solche Leistung vor einem Jahr an den Olympischen Spielen abgegeben, wäre mir dort die Finalqualifikation sicher gewesen.» Wie gut die weltbesten Kajakfahrer unterwegs waren, mussten auch die beiden anderen Schweizer einsehen. Moritz Lüscher schaffte es auf Platz 55, Mathieu Bandelier auf Rang 65. «Und beide sind weiss Gott keine schlechten Paddler», lässt Kurt wissen. Arg zerzaust wurde der aktuelle Olympiasieger Alexander Grimm. Der Deutsche erreichte bloss Rang 29 und schied ebenfalls frühzeitig aus. Aggressivität gefragt Erstmals kam das neue Reglement zum Tragen: Nun werden nicht mehr die Zeiten der beiden Qualifikationsläufe zusammengezählt, sondern die 20 Halbfinalisten werden aufgrund des besseren der beiden Qualifikationsumgänge bestimmt. «Da war eine aggressive Fahrweise sicherlich förderlich», sagt Kurt, der dies dann auch versuchte. «Beim Herausfahren aus den Aufwärtstoren spürte ich, dass ich physisch noch nicht ganz da bin.» Kein Wunder, ging doch der Oberaargauer aufgrund des Pfeifferschen Drüsenfiebers mit einem Trainingsrückstand von gut zwei Monaten an die WM. Er habe sich zwar aufs Bootsgefühl verlassen, doch das alleine habe nicht gereicht. «Mit ein Grund dafür war, dass die Strecke zu leicht war.» Bei der Vor-WM im slowenischen Tacen hatte Kurt auf einer ungleich schwierigeren Strecke vor gut zwei Wochen noch brilliert und sich dank des ersten Schweizer Finalplatzes in dieser Saison souverän für die WM qualifiziert. Privattrainer Die Querelen Mitte Jahr innerhalb des Teams gingen an den Leistungen des Schweizer Trios nicht spurlos vorüber. Auch im Teamwettkampf ging der Final ohne Schweizer über die Bühne. Kurt und Kollegen wurden Elfte. Alles andere als ideal präsentiert sich auch die Situation an der Trainerfront. «Der Verband hat den Vertrag von Nationalcoach Marc Jegou nach nur wenigen Monaten gekündigt, und wir wissen nicht mal, ob es überhaupt einen Nachfolger gibt.» Im Gegensatz zu ihrem missglückten Auftritt an den Olympischen Spielen vor einem Jahr ist die Weltnummer 40 nicht am Boden zerstört. «Mit meiner Leistung bin ich nicht unzufrieden, mit dem Resultat hingegen schon.» Er habe eine Lehrstunde bekommen. «Nun weiss ich, dass ich nur mit einem professionellen Staff wieder an die Weltspitze gelangen kann.» Laut Kurt haben alle anderen Topathleten einen eigenen Coach. «Einen solchen suche ich mir nun auch – unabhängig davon, ob es einen neuen Nationalcoach gibt.» Raphael GallikerResultate Seite 20 >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch