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Das imposante Defilee der Dinosaurier

Die Dinosaurier feiern im Hallenstadion ihr Revival. Hans-Jakob Siber, Direktor des Sauriermuseums Aathal, ist von der Show beeindruckt.

Zürich. - Als der Meteorit einschlug, brüllte der T-Rex gewaltig in den hell erleuchteten Himmel. Das T-Rexchen miaute kläglich. Dann starben sie aus. So endete gestern im Hallenstadion der Laufsteg der Dinosaurier, eine Liveshow, die unter dem Namen «Walking with Dinosaurs» in Zürich gastiert. 90 Minuten lang schwänzelten und stampften 15 Urviecher über die Bühne, lieferten sich Schaukämpfe und schmusten mit ihren frisch geschlüpften Kindern. Sie sind gigantisch, wenn sie einem lebendig begegnen.

Aber waren sie tatsächlich so, als sie lebten? Hans-Jakob Siber, Direktor des Sauriermuseums Aathal, begleitete den TA zur Premiere. Er war von der Unmittelbarkeit dieser Saurier-Repliken beeindruckt und attestiert der Show einen beachtlichen Informationsgehalt. Sie lässt nämlich 160 Millionen Jahre Erdgeschichte in Windeseile vergehen. «Ein grobes Raster zwar, aber es stimmt», sagt Siber. Die Detailkritik: Die Haut entspreche nicht den jüngsten Erkenntnissen. Und seit drei Jahren wisse man, dass der Tyrannosaurus Rex drei, und nicht wie hier gezeigt, zwei Zehen hatte.

Aug in Auge mit einem Brachio

Die Pause dauerte 30 Millionen Jahre. Dann war Kreidezeit, die Blumen sprossen, und zwei unglaublich dickköpfige Torosaurier lieferten sich einen Bullenkampf. Ein 13-Jähriger, der zu Hause auf seinem Computer ganze Dino-Zoos zusammenstellt, zuckt mit den Achseln. «Das kann ich auf dem Compi besser.» Doch sonst ist er begeistert. «Vor allem die Grösse der Dinos habe ich noch nie so nachvollziehen können.» Dass hier Theater gespielt wird, zeigt vor allem die eher unbeholfene Verkleidung des Gokarts zwischen den Beinen der Saurier, in dem der Steuermann sitzt (siehe Kasten). Und doch ist zeitweilig die Illusion perfekt: Als der über 20 Meter lange Brachiosaurus, der Aug in Auge mit den Besuchern auf den Logenplätzen stand, von einem Allosaurus in die Enge getrieben wurde, hopste der Vierjährige in der vorderen Reihe auf und ab. Aber dank der sachlichen Darstellung und gewisser humoristischer Einlagen gewiss kein Stoff, aus dem die Alpträume sind.

«Walking for Dinosaurs» ist weder Disneyland noch Schreckenskammer, sondern unterhaltender Naturkundeunterricht. Als allerdings T-Rex den Laufsteg betrat, ging ein Kreischen durchs Stadion. «Wer braucht schon Grips, wenn er Muskeln hat?», fragte der fiktive Paläontologe Huxley, der durch die Show führte. T-Rex ist der unbestrittene Mister Dino. Bis Sonntag, 27. September, im Hallenstadion Zürich, 19 Uhr, Sa/So auch 11 und 15 Uhr, Tickets 64/84 Fr. www.dinosaurier-leben.ch; Vorverkauf: Ticketcorner. Hans-Jakob Siber.

Bei der Liveshow «Walking with Dinosaurs» schwänzeln und stampfen riesige Urviecher durchs Hallenstadion.

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