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Das erste saubere Krematorium des Kantons Bern

Das Berner Krematorium hat zwei neue Öfen eingebaut. Teurer und grösser fast sind aber die Filteranlagen. Dank ihnen steht in Bern nun die erste solche Einrichtung im Kanton, welche die Luftreinhalteverordnung einhält.

3000 Kremationen pro Jahr werden in den Öfen des Berner Krematoriums durchgeführt. Rund drei Kilogramm Quecksilber und andere Schadstoffe verdampften so jedes Jahr aus Zahnfüllungen über die Kamine und wurden in der näheren Umgebung abgelagert. Über die Jahrzehnte hinweg, die Anlagen befinden seit etwa 100 Jahren am jetzigen Standort, ergibt dies weit über 100 Kilogramm des giftigen Schwermetalls. Aufwändige Filteranlagen Damit ist nun Schluss. Gestern stellte die Bernische Genossenschaft für Feuerbestattung (BGF) zwei neue Öfen vor, die im letzten Jahr eingebaut worden sind. Aufwändige Filteranlagen – sie beanspruchen fast ebenso viel Platz wie die Ofenlinien – sorgen dafür, dass 99 Prozent der Schadstoffe das Gebäude nur mehr in Sondermüllbehältern verlässt. Christian Gasser, Geschäftsführer der privaten BGF, betonte, damit sei Bern die erste der fünf Anlagen im Kanton, welche die seit 1986 geltende Luftreinhalteverordnung erfülle. 4,7 Millionen Franken wurden investiert, 2 Millionen kosteten allein die Filteranlagen. Um die ohne öffentliche Mittel finanzierte Anlage amortisieren zu können, wird der Preis für eine Kremation laut Gasser von 550 moderat auf voraussichtlich 590 Franken angehoben. Ofen für grosse Leichname Die neuen Öfen werden nicht mehr elektrisch, sondern mit Gasbrennern geheizt. Der grössere der beiden Öfen ist ein 40 Tonnen schweres, fast sechs Meter hohes Ungetüm – das erste seiner Art in der Schweiz. Es ist eine Anpassung an eine gesellschaftliche Entwicklung: «Wir können nun 200 Kilogramm schwere Leichen einäschern», erklärt Gasser. Die Verbrennung bei Temperaturen von bis zu 1000 Grad dauert etwa eine Stunde. Vom Sarg und den sterblichen Überresten bleiben danach zwei bis vier Kilogramm Asche übrig. Spitäler als Kunden Nicht nur grosse Körper, sondern auch Leichname aus der Pathologie können neu in Bern kremiert werden. «Bisher mussten sie nach Zürich gebracht werden», sagt Gasser. In den Öfen des Krematoriums werden insgesamt gegen zehn Tonnen entfernte Körperteile aus Spitälern verbrannt. In Betrieb sind heute nur noch die beiden neuen Öfen, zwei alte sind jedoch nach wie vor betriebsbereit. «Sie kämen beispielsweise bei einer grassierenden Pandemie zum Einsatz», weiss Gasser. Christoph Aebischer>

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