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Bodenständiger Goldfuss

Mit Felix Hesse hat am Samstag ein Deutscher das Solothurner Derby entschieden. Dem Defensivspieler gefällt es in der Schweiz. Der 26-Jährige will helfen, Solothurns sportliche Situation zu verbessern.

Es schien fast, als sei es Felix Hesse nach dem Derby gegen den FC Grenchen peinlich, das entscheidende Tor für den FC Solothurn geschossen zu haben. Seine Teamkollegen wollten derweil von seiner Bescheidenheit nichts wissen. Etliche Schulterklopfer erntete der Deutsche nach dem Spiel von seinen Mitspielern – ja, gar von «Goldfuss-Hesse» war die Rede. Während man im Lager des FC Solothurn viele lachende Gesichter sah, blieb der Abwehr-Organisator des FCS die Ruhe selbst. Für den Deutschen, welcher im letzten Jahr mit dem ZFC Meuselwitz in die Regionalliga aufgestiegen war, war das Spiel gegen den FC Grenchen nichts Besonderes: «Ich habe schon bemerkt, dass es für gewisse Spieler ein besonderes Spiel war und dass diese mehr motiviert waren als sonst. Für mich war es wie immer; ich versuche in jedem Spiel, alles zu geben». Alles zu geben bedeutete in diesem Spiel mitunter, das matchentscheidende 1:0 zu buchen. Der Ball kam nach einem abgeblockten Abschlussversuch von Kalina zum Deutschen. Gezielt und doch mit Kraft schoss er im Tor der Grenchner ein und sorgte für Jubel auf der Tribüne. Auch in der Schlussphase, als Grenchen immer mehr in die Offensive ging, blieb Hesse ruhig, Herr der Lage und beförderte den Ball ein paar Mal aus der eigenen Verteidigungszone. So half er entscheidend mit, das siegbringende 1:0 über die Zeit zu bringen. Für Hesse, dessen Lebenspartnerin aus der Region stammt, ist der Umzug in die Schweiz mit Umstellungen verbunden. In seiner Heimat Deutschland lebte er zuletzt ausschliesslich vom Fussball, bei seiner jetzigen Fussballstation ist er aber nebenbei auf eine 40-%-Arbeitsstelle angewiesen. Gemäss seinem Trainer Roland Hasler, welcher mit ihm sehr zufrieden ist, wird er in jeder Hinsicht auch vom Verein unterstützt. «Es ist klar, dass sich Felix erst akklimatisieren muss. Wir unterstützen ihn dabei, so gut wir können, und sind froh, wenn wir dies mit Leistungen wie heute zurückbezahlt bekommen.» Für Hesse, welcher Vater eines 2-jährigen Sohnes ist, scheint die Fussball-Welt jedenfalls in Ordnung. «Ich habe mich gut eingelebt. Fussball ist schliesslich doch überall derselbe Sport», sagt Hesse mit einem Schmunzeln. «Ruhe bewahren» Ernster wird Hesse, welcher beim FC Solothurn die Rückennummer 6 trägt, wenn man auf die aktuelle sportliche Situation beim FCS zu sprechen kommt. Mit seinem Derby-Treffer verhalf er den ambitionierten Solothurnern zum langersehnten ersten Saisonsieg im sechsten Spiel. «Wir müssen im Moment halt einfach die Ruhe bewahren. Zur Zeit sind es einzig die Punkte, die zählen, und nicht, ob wir schönen Fussball spielen oder nicht. Die Attraktivität unseres Spiels steigert sich mit dem Erfolg ganz automatisch». Dass er mit dem Siegestreffer gegen Grenchen nun möglicherweise den Aufwärtstrend eingeläutet hat, freut Hesse dann doch. «Ja, natürlich ist es schön, ein solch wichtiges Tor zu schiessen. Es freut mich in der jetzigen Situation aber besonders für die Mannschaft, die im Vordergrund steht.» Und so kehrt der ehemalige Jugendspieler des VfL Wolfsburg wieder zu dieser Bescheidenheit zurück, die er nach Spielschluss ausgestrahlt hatte. Der Bayern-München-Fan hofft, dass es mit Solothurn wieder aufwärts geht und man künftig vorne mitmischen kann. Wenn nötig auch wieder dank Toren von «Goldfuss» Hesse. Marco Christen >

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