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Besucherzuwachs in Unterländer Bädern schmälert Defizite nur minim

Obwohl sich der Sommer zeitweise von der nassen Seite zeigte, ziehen Schwimmbad- betreiber aus dem Unterland eine positive Bilanz. Tiefrote Zahlen schreiben sie aber trotzdem.

Unterland. - Die Betreiber der Schwimmbäder Water World in Wallisellen, Erlen in Dielsdorf und Schluefweg in Kloten blicken auf eine erfolgreiche Badesaison zurück - sie konnten zum Vorjahr gar einen Besucherzuwachs verzeichnen. Die Defizite der Bäder werden mit den Mehreinnahmen jedoch nur geringfügig verkleinert.

Im Water World etwa nahm die Zahl der Besucher gegenüber dem Vorjahr um knapp 8000 auf 98 000 zu. Nicht nur die Besucherzahlen sind im Walliseller Freibad im Vergleich zur letzten Saison gestiegen, auch der Umsatz legte dort zu: von rund 385 000 auf 450 000 Franken - dem August sei Dank. «In diesem Monat konnten wir richtig absahnen», sagt Thomas Reutener, Geschäftsführer der Sportanlagen AG. Doch bis es so weit war, durchlief die Betreiberin eine Durststrecke. Das Problem war vor allem die Unbeständigkeit des Wetters. «Nach ein paar Schlechtwettertagen braucht es immer eine Anlaufzeit von bis zu drei Tagen, bis die Sonnenhungrigen wieder das Bedürfnis nach einer Abkühlung haben», sagt Reutener. Zudem habe es an den Wochenenden oft geregnet. Er rechnet mit einer Sommersaison von 20 Wochen. Sind fünf davon heiss, könne man von einem guten Sommer sprechen.

Die Sportanlagen AG Wallisellen macht ihren Umsatz nicht nur mit Eintritten ins Freibad, sondern auch mit der Vermietung des Eisfelds, der Fussballplätze und des Hallenbads. Gemäss Reutener generiert die Unternehmung so pro Jahr Einnahmen von etwa 3 Millionen Franken. Über 4 Millionen wendet sie jedoch für Unterhalt, Betriebskosten und Löhne auf. Unter dem Strich resultiert ein Minus von 1 Million. Dieses Defizit wird jährlich durch die Gemeinde gedeckt.

«Durch attraktive Angebote sowie steigende Besucherzahlen können wir unseren Fehlbetrag etwas vermindern», sagt Reutener. Im Water World stehen 2011/2012 grössere Sanierungen an. Diese Kosten wird ebenfalls die Gemeinde übernehmen.

Erlen noch bis Ende Monat geöffnet

Auch die Dielsdorfer Erlen wird ihr Defizit von rund 1 Million Franken durch den Besucherzuwachs von 6000 auf 84 000 Personen kaum verringern können. Über die genauen Zahlen möchte Betriebsleiter Hansruedi Hug nicht sprechen. Obwohl die Besucherzahlen stark gestiegen sind, hadert er mit dem verregneten Saisonstart: «Juni bis Mitte Juli waren katastrophal.» Der August habe aber alles wieder wettgemacht. «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.»

Die Erlen ist als einziges Freibad im Unterland noch bis 27. September geöffnet. Über die in Dielsdorf anstehende Gesamtsanierung der Sportanlagen im Umfang von 24 Millionen Franken entscheidet im November die Bevölkerung.

Einen Ansturm Badefreudiger erlebte diese Saison auch das Freibad Schluefweg; 74 000 Besucher bedeuteten 8000 mehr als im Vorjahr. «Dank dem August können wir doch noch von einem guten Sommer sprechen», sagt Daniel Weiss, Leiter Bäder in Kloten. Anfang Sommer hatte er noch befürchtet, dass die Badesaison ins Wasser fallen würde. Das mit Abstand beste Wochenende im Schluefweg war dasjenige am Ende der Schulferien gewesen.

Trotz der steigenden Besucherzahlen ist für Weiss klar, dass öffentliche Schwimmbäder stets defizitär arbeiten. «Der Unterhalt der Schwimmbäder und die Lohnkosten sind sehr hoch. Diese Ausgaben lassen sich mit dem Erlös aus den Eintritten nicht wettmachen. Um schwarze Zahlen zu schreiben, müssten wir die Eintrittspreise pro Gast um 10 Franken erhöhen.» Heute kostet der Eintritt ins Klotener Schwimmbad für Erwachsene 7, für Kinder 3 Franken. Und das soll auch so bleiben.

Aber nicht nur die grossen Freibäder blicken auf eine erfolgreiche Badesaison zurück. Auch die kleinen Badeanstalten legten zu. Das Freibad Hüslihof in Rafz etwa verzeichnete einen Zuwachs um rund 9000 Besucher. Betriebsleiter Heinz Meier ist zufrieden mit «seiner» Saison. Für ihn ist eine gute Saison aber nicht nur, wenn die Kasse stimmt: «Viel wichtiger ist, dass kein Unfall passiert.»

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