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Bekenntnis zum Standort Rüti

Die Rütner Firma Packsys ist so erfolgreich, dass sie drauf und dran war, andere Firmen zu übernehmen. Stattdessen wurde sie jetzt selber geschluckt. Trotzdem seien die 100 Arbeitsplätze gesichert, heisst es.

Von Michael Von Ledebur Rüti – Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Rütner Firma Packsys Global in die Hand der bayrischen Brückner-Gruppe übergeht (TA vom 3. 2.). Eine feindliche Übernahme sei dies keineswegs, betont Geschäftsführer Beat Rupp: «Das Management war eng in den Prozess involviert.» Er begrüsse den Besitzerwechsel, denn in der Verpackungsbranche sei Grösse entscheidend. Packsys erwirtschaftet einen Jahresumsatz im höheren zweistelligen Millionenbereich und beschäftigt in Rüti rund 100 Personen. Zudem hat die Firma einen Standort in Oberburg (BE) mit 30 Angestellten, eine Produktionsstätte in Thailand mit 170 Angestellten und ein Service-Zentrum in Indien mit 30 Angestellten. Das sei eine kritische Grösse, sagt Rupp. «Wir waren deshalb seit einiger Zeit auf der Suche nach Übernahmekandidaten.» Die Kriegskasse war gefüllt. Dass es nun umgekehrt gekommen ist, spielt laut Rupp für das Unternehmen keine Rolle. Entscheidend sei, dass es Teil einer starken Gruppe werde. Ängste, wonach der Besitzerwechsel zu einer Verlagerung der Arbeitsplätze führen könnte, zerstreut Rupp. Erfolg sei die beste Garantie für Arbeitsplätze – und das Maschinenbauunternehmen hat gerade das beste Geschäftsjahr seiner Geschichte hinter sich. Es ist zwischen 5 und 10 Prozent gewachsen. Das seien gute Zahlen, sagt Rupp, zumal man im Krisenjahr nur gut 10 Prozent verloren habe und keine einzige Stelle habe streichen müssen. Dieses Jahr wurden gar 18 Stellen geschaffen. Zerschlagung wäre Unsinn Die Brückner-Gruppe habe deshalb einen «stolzen Betrag» für Packsys bezahlt, sagt Rupp, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Entscheidend sei, dass es für die Käufer keinen Sinn ergeben würde, so viel Geld für eine Firma auszugeben, nur um sie dann gleich zu zerschlagen. Auch unter den Mitarbeitern sei die Zuversicht gross. Laut dem CEO der Brückner-Gruppe, Axel von Wiedersperg, ist diese Zuversicht begründet. «Die Kerngeschäfte von Brückner und Packsys unterscheiden sich klar.» Zwar sind beide in der Verpackungsindustrie tätig, aber Synergieeffekte gebe es vor allem im Einkauf und in der Vermarktung. Packsys werde eigenständig bleiben, betont er. «Am Standort Rüti wird festgehalten.» Führend bei Zahnpastatuben Wer mit Beat Rupp durch die Produktionshalle von Packsys schlendert, spürt einen Hauch von der grossen weiten Welt. «Diese Maschine geht nach China, diese nach Brasilien, die links hinten nach Südafrika.» Packsys stellt grosse Maschinen her, mit denen Produktionsgüter verpackt werden. Mit Packsys-Maschinen werden zum Beispiel Tuben für Zahnpasten oder Haargel hergestellt. «Wenn Sie im Supermarkt eine Tube kaufen, wurde sie höchstwahrscheinlich mit einer unserer Maschinen hergestellt», sagt Rupp. Der Weltmarktanteil liege über 50 Prozent. Weitere Packsys- Maschinen dienen der Herstellung von PET-Flaschen – auch hier hat die Rütner Firma einen substanziellen Anteil am Weltmarkt. Die meisten Maschinen werden nach China und Indien geliefert, wo weltweit die meisten Verbrauchsgüter hergestellt werden. Der Exportanteil liegt bei fast 100 Prozent.

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