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Bäumle: «Ich bin enttäuscht,aber der Entscheid ist richtig»

Der Grünliberale Martin Bäumle kandidiert nicht für den Regierungsrat. Weil die SP selber antritt, sieht er für sich keine Chance mehr.

Pfäffikon. - Martin Bäumle ist der tragische Held dieser Regierungsersatzwahl. Seine Kandidatur stirbt einen frühen Tod, bevor der Wahlkampf überhaupt begonnen hat: Einen Tag nachdem die SP sich überraschend selber ins Spiel gebracht hatte, warf Bäumle gestern Abend das Handtuch. «Ich bin enttäuscht», sagte er den Parteimitgliedern an einer Versammlung in Pfäffikon, «aber der Entscheid ist sachgerecht und richtig.» Mit dem Beschluss der SP, selber anzutreten, sei der Wahlkampf um den Sitz der zurücktretenden SVP-Regierungsrätin Rita Fuhrer zum «toten Rennen» geworden. Er und ein SP-Kandidat hätten sich dann gegenseitig die Stimmen abgejagt. Die SVP mit ihrem Kandidaten - voraussichtlich Ernst Stocker - wäre die lachende Dritte gewesen.

Er habe sich bereit erklärt, die Verantwortung in diesem Wahlkampf zu übernehmen und die ökologischen Kräfte gegen die SVP zu bündeln, sagte Bäumle. Er sei der Meinung gewesen, die ökologischen Übereinstimmungen seien wichtiger als die Differenzen auf anderen Gebieten. «Jetzt trägt die SP die Verantwortung, aber die Ökologie ist in dieser Wahl weg vom Fenster.» Bäumle gab zu, von den Entwicklungen der letzten Tage überrascht worden zu sein. «Offenbar ging es einzelnen SP-Exponenten mehr darum, mich zu verhindern, als sachlich zu entscheiden.» Er nannte namentlich Nationalrat Daniel Jositsch und Parteipräsident Stefan Feldmann, die ihn schwer enttäuscht hätten.

Bäumle hatte sich eine 50-zu-50-Chance für einen Regierungssitz ausgerechnet, falls er mit einem geeinten Rot-Grün-Mitte-Lager gegen die SVP hätte antreten können. Diese Chance sah er noch intakt, als die Grünen verzichteten, ihn aber nicht unterstützen mochten. Der Entscheid der SP machte diese Hoffnung aber zunichte. Vor allem machte Bäumle die Aussicht auf einen wahrscheinlichen zweiten Wahlgang bange, für die seine Ressourcen und diejenigen seiner GLP nicht ausgereicht hätten. Einem SP-Kandidaten gibt Bäumle «null Chancen», die Wahl im November zu gewinnen.

Jetzt will sich Bäumle auf den Aufbau der Schweizer GLP konzentrieren. «Irgendwann werden wir einen ökologischen Bundesrat haben.» Zudem will er die Kräfte der Partei für den Wahlkampf in den Zürcher Gemeinden bündeln. 2011 stehe er dann allenfalls auch wieder für eine Regierungsratskandidatur zur Verfügung.

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