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Amok-Alarm an Bülacher Schule

Im Schulhaus Mettmenriet in Bülach hat ein Ex-Schüler seinen einstigen Lehrer bedroht. Der Jugendliche wurde später verhaftet.

Von Christian Wüthrich Bülach – Der ehemalige Schüler drang am Donnerstagmorgen unvermittelt ins Schulzimmer seines früheren Lehrers ein, dessen Unterricht er bis vor eineinhalb Jahren besucht hatte. Dort stiess er gegenüber dem Pädagogen mündliche Drohungen aus und verschwand danach wieder aus dem Klassenzimmer. Waffen hatte er nicht dabei, sagt Peter Gerber, Schulleiter im Mettmenriet. Weil nicht klar war, was der Jugendliche tatsächlich im Schilde führte und vor allem ob er sich noch auf der Schulanlage versteckt hielt, benachrichtigte der betroffene Lehrer umgehend die Schulleitung. Peter Gerber löste sofort einen Amokalarm aus. «Es fragt sich zwar immer, ob man dabei nicht überreagiert. Aber in diesem Fall haben wir sicher richtig gehandelt», meint er. Polizei war im Haus Was in der Schule hinter den Kulissen in einem solchen Amokszenario abläuft und wer genau wie über die Lage in den Gängen und Zimmern informiert wird, will die Schule nicht bekannt geben. «Sonst greifen unsere Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr», sagt der Schulleiter. Nur so viel lässt er durchblicken: «Die Schüler haben natürlich die Lautsprecherdurchsagen gehört und gesehen, dass plötzlich Polizisten da waren.» Zudem habe man die Pausen leicht verschoben, bis die Situation geklärt war, so Gerber. «Die Kantonspolizei hatte am Donnerstagmorgen einen Einsatz im Zusammenhang mit einer Drohung in einem Bülacher Schulhaus», bestätigte Kapo-Sprecher Marc Besson gestern. Es sei Anzeige wegen Drohung und Hausfriedensbruchs erstattet worden. Die Kapo konnte den Jugendlichen in der Folge verhaften. «Er wurde der Jugendanwaltschaft Unterland zugeführt», sagt Besson. Notfallplan hat gegriffen Seit den tragischen Vorfällen in Deutschland und Finnland sind auch die hiesigen Schulbehörden auf Amokläufe sensibilisiert. In Erfurt, Tuusula und Winnenden waren 2002, 2007 und 2009 jeweils aktuelle oder ehemalige Schüler mit Schusswaffen aufgetaucht, um ein Blutbad anzurichten. Allein diese drei Fälle forderten 39 Todesopfer. An der Oberstufenschule Mettmenriet in Bülach gibt es gemäss Peter Gerber seit fünf Jahren einen Notfallplan im Falle eines Amokalarms. «Jetzt hat sich gezeigt, dass dies nicht ganz grundlos der Fall ist», sagt er, «dieses Mal haben wir nochmals Glück gehabt.» Die Vorsichtsmassnahmen im Bülacher Schulhaus hätten wie vorgesehen gewirkt, alles sei ruhig abgelaufen. Kinder und Lehrer hätten die Situation gut bewältigt.

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