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Alle sind nummeriert

Falls Sie in den letzten Monaten Ihren Türrahmen mit einer Nummer versehen vorfanden, so hat dies nicht etwa mit einer raffinierten Diebesbande zu tun, sondern steht im Zusammenhang nächsten Volkszählung.

Um die Volkszählung 2010 registergestützt durchführen zu können, verlangt der Bund, dass die Gemeinden ihre Einwohnerregister, also die vorhandenen Informationen und Daten, seinen Vorgaben anpassen. Zum gleichen Projekt, gehört auch die stand die Zuordnung einer spezifischen Wohnung auf deren Bewohnerinnen und Bewohner gemäss den Richtlicnien des Bundes. Diese Information bildet eine der Grundlagen für die Volkszählung 2010. Für die Einwohnerdienste der Stadt Solothurn gestaltete sich vor allem die Zuweisung der Wohnung auf die Bewohnerinnen und Bewohner als problematisch. Gerade bei Gebäuden mit zwei oder mehreren Wohnungen auf dem gleichen Stockwerk war dies praktisch unmöglich. Aus diesem Grunde hat sich die Einwohnergemeinde entschieden, sämtliche Wohnungen von Mehrfamilienhäusern nummerieren zu lassen. Es han-delte sich also nicht wie von besorgten Einwohnerinnen und Einwohnern befürchtet, um eine Diebesbande, die ein raffiniertes Nummerierungssystem verwendete, sondern um die Personen, die im Auftrag der Stadtverwaltung unterwegs waren. Diese Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss, weshalb in Mehrfamilienhäusern die Türrahmen der einzelnen Wohnungen mit Nummern versehen sind. Nummerierte Mietverträge Damit die nun an den einzelnen Wohnungen angebrachte Nummer den Bewohnern zugeteilt werden kann, muss diese Nummer auf den Mietverträgen für neue Mieter aufgeführt ist. Gemäss kantonaler Verordnung sind deshalb Vermieter verpflichtet, ihre Mietverträge und die Meldungen für Mieterwechsel gesetzeskonform auszustellen. Ein Auszug aus dem Mietvertrag ist anlässlich der An- oder Ummeldung an den Schaltern der Einwohnerdienste vorzulegen. Aus diesem Grund werden ab 1. September 2009 nur noch korrekt ausgestellte Vertrags-Auszüge akzeptiert. Warum der Aufwand? Anlässlich der Volkszählungen 1980 und 1990 wurde in der Schweiz gegen den «Schnüffelstaat» protestiert. Das Vorgehen mit den Fragebögen wurde kritisiert. In der Schweiz wurden anlässlich dieser beiden Zählungen tausende von Fragebögen öffentlich verbrannt oder deren Beantwortung verweigert. Auch in Deutschland gab es Volkszählungsgegner. In Berlin waren diese besonders kreativ: 1987 wurde die Berliner Mauer mit Personenfragebögen beklebt. Auch wegen dem Protest suchte der Bund einen neuen Weg für die Datenerhebung. Zusätzlich bringt diese Variante eine Entlastung für die Bundesfinanzen, die Gemeinden müssen aber tiefer in Taschen greifen pd >

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