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«Aktive Atommeiler koordiniert abschalten»

Schweizer AtomkraftwerkeJapans Atomdrama zerstört Vertrauen in AKW,TA vom 15. März AKW koordiniert abschalten. Es dürfte wahrscheinlich nur noch den hartgesottensten AKW-Befürwortern nicht dämmern; Atomstrom birgt ungeheure Risiken. Im Speziellen in dicht besiedelten Gebieten wie in der Schweiz oder wie jetzt in Japan. Es wäre daher unverständlich, wenn weiterhin neue Atommeiler geplant und gebaut würden. Unsere Kraftwerke sind anscheinend nur bis zu einem Erdbeben mit der Stärke zwischen 5 und 6 sicher. Wenn man aber sieht, was das Erdbeben der Stärke 6,9 in Kobe anrichtete, dann kann man nur hoffen, dass dies hier nie passiert. Die Meiler in Japan werden jetzt mit Meerwasser notgekühlt, bei unseren Kraftwerken, die an Flüssen stehen, müsste man dann mit Flusswasser kühlen und das radioaktiv verseuchte Wasser wieder in den Fluss ablassen. Damit könnten unter Umständen Flüsse in ganz Europa verseucht werden. Ein Evakuationsradius von 30 Kilometern würde im Falle eines GAUs in Mühleberg die Städte Bern, Biel, Fribourg, Neuchâtel, Murten, Thun, Burgdorf und Langenthal umfassen. Im Falle eines GAUs in Gösgen das Gebiet zwischen Langenthal, Aarau und Baden sowie Basel. In Beznau wären Zürich, Kloten, Aarau, Olten das deutsche Waldshut und ein grosser Teil des Süd-Schwarzwaldes betroffen. Wie kann jemand behaupten, hier würde so was nicht passieren? Die einzige Konstante der Menschheit ist die Tatsache, dass sich die Menschheit immer und immer wieder irrt. Darum sollten wir die aktiven Atommeiler koordiniert abschalten, die Stromproduktion auf alternative Energien umbauen und die Bevölkerung in Bezug auf das Energiesparen sensibilisieren. Nathan Güntensperger, Biel Abstimmungen werden verzögert. Angesichts der drohenden AKW-Katastrophen in Japan will Bundesrätin Leuthard die laufenden Bewilligungsverfahren für drei neue AKW stoppen, damit zuerst evaluiert werden könne, was in den japanischen AKW genau passiert sei, und um zu überlegen, ob und welche Konsequenzen das für die Atomenergiepolitik der Schweiz habe. Diese Denkpause scheint auf den ersten Blick einleuchtend. Bei näherem Nachdenken bekommt man aber Zweifel, denn mit den eintretenden zeitlichen Verzögerungen wird auch der Termin für die Volksabstimmungen über die neuen Atomkraftwerke hinausgeschoben, vielleicht um Jahre. Damit wird auch die durch die Fukushima-Katastrophe hervorgerufene Angst und der Widerstand gegen neue AKW wieder abklingen. Und damit steigen auch die Chancen der Befürworter wieder, die nächste AKW-Volksabstimmung zu gewinnen. Ist dies nun ein willkommener Nebeneffekt einer sachlich begründeten Sicherheitspolitik, oder ist es auch eine latente Absicht? Jedenfalls ist die spontane und fast uneingeschränkte Zustimmung aller drei AKW-Gesuchsteller und der AKW-Befürworter zum Leuthard-Entscheid nicht der Beweis des Gegenteils, denn bisher haben diese bis jetzt immer gerne auf die Gefahr einer Stromlücke bei Zeitverzögerungen hingewiesen. Samuel Mauch, Oberlunkhofen Keine Alternative zu AKW. Die Katastrophe in Japan ist schrecklich. Dennoch finde ich es überrissen, jetzt alles auf der Welt auf den Kopf zu stellen und mit den dortigen Gegebenheiten gleichzusetzen. In der Schweiz wird es mit allergrösster Wahrscheinlichkeit keine Erdbeben vom Ausmass Japans geben. Und auch ein Tsunami ist hierzulande aus naheliegenden Gründen unmöglich. Trotzdem werden solche Szenarien konstruiert und damit die Atomenergie erneut infrage gestellt. Ich würde dem sofort zustimmen, wenn es eine adäquate Lösung gäbe, doch die gibt es schlicht und einfach noch nicht. Alternative Energien sind einfach noch nicht ausgereift genug oder zu teuer. Den Strom einfach vom Ausland beziehen kann ja auch nicht die Lösung sein. Marco Tronkolovic, Schlieren AKW oder 2000-Watt-Gesellschaft. Die Deutschen nehmen sieben AKW vom Netz, in der Schweiz wird die Bewilligung von zwei neuen AKW ausgesetzt, Mühleberg soll abgeschaltet werden – und viele Politiker und Bürger stimmen erleichtert zu. Sind wir uns eigentlich bewusst, was es bedeutet, wenn ein 1000-Megawatt-Meiler durch ein mit fossiler Energie betriebenes Kraftwerk ersetzt wird? Es wird Erdöl oder Gas verbraucht in einem Umfang, der es erlauben würde, rund eine Million Autos eine Stunde pro Tag zu betreiben. Da würde CO2 in derartigen Mengen in die Luft geschleudert, dass die ganzen Bemühungen zur Verbrauchsreduktion im Verkehr zu Makulatur würden. Wenn etliche Länder ebenfalls auf die Kernenergie verzichten würden, würde der Preis für Erdöl und Erdgas derartig explodieren, dass sich Entwicklungs- und Schwellenländer kein Erdöl mehr leisten könnten und dann ihrerseits AKW bauen würden. Es bleibt uns keine andere Wahl, als die Nukleartechnologie in den Griff zu kriegen oder andernfalls zur 2000-Watt-Gesellschaft zu mutieren und alle energieintensiven Güter aus China zu importieren. Bernhard Piller, Männedorf Individuell Strom produzieren. Das Gebot der Stunde heisst nicht «sicherer Atomstrom», sondern: «Individualisierung der Stromversorgung.» Wenn wir über die Abschaltung der Atomkraftwerke reden, dann müssen wir darüber reden, das moderne Raubrittertum der Stromwirtschaft zu beenden, und endlich zugeben, dass die einzig sinnvolle Lösung in der Individualisierung der Stromversorgung liegt. Solange wir gezwungen sind, von Grossunternehmen Strom zu beziehen, wird keines dieser Unternehmen an unserer Sicherheit oder an Umweltschutz interessiert sein. Ich rufe unsere Regierung und das Parlament dazu auf, alle, die bereit sind, ihren Strom im eigenen Haus bzw. Unternehmen mit umweltfreundlicher Technologie zu erzeugen, grosszügig zu unterstützen (Subventionen, Steuererleichterungen etc.). Es wird niemand mehr das grosse Geld mit Strom verdienen, doch wären wir alle wesentlich besser geschützt und der Anreiz für jeden Einzelnen, Strom zu sparen, wäre viel grösser. Cornelia Michel, Arbon «Es wäreunverständlich, wenn neueAtomkraftwerke geplant undgebaut würden.»

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