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20 bis 30 Prozent mehr Sozialhilfebezüge

Gleich zwei Gemeinden stocken Stellen im Sozialamt auf. Mehr und komplexere Fälle belasten die Ämter.

Von Fabienne Riklin Lindau/Fischenthal – Die Anzahl Sozialhilfebezüger im Zürcher Oberland nimmt zu. Damit diese auch korrekt betreut werden können, haben die Gemeinden Fischenthal und Lindau zusätzliche Stellenprozente in ihren Sozialämtern geschaffen. Von 30 auf 150 Stellenprozent hat die Gemeinde Lindau im Juli aufgestockt. «Dieser Schritt war nötig, da wir bis zu 30 Prozent mehr Fälle in diesem Jahr registrieren», sagt Gemeindeschreiber Viktor Ledermann gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Er begründet den Anstieg auf aktuell 45 Fälle einerseits mit der schlechten konjunkturellen Lage, anderseits nehme auch die Komplexität zu. «Einzelne Bezüger legen eine sehr fordernde Anspruchshaltung an den Tag, die wir nicht erfüllen können», sagt Ledermann. Die Streitereien um mehr Geld führen dann zu einem höheren Arbeitsaufwand mit etlichen Abklärungen und Überprüfungen. Aber nicht nur die Sozialhilfefälle der 5000-Seelen-Gemeinde nehmen zu, sondern auch die Vormundschaftsanträge, die ebenfalls vom Sozialamt bearbeitet werden. «Es ist uns wichtig, Fragen um das Kindeswohles seriös und umfassend abzuklären», sagt Ledermann. Trotz des Anstiegs der Kosten im Sozialbereich ist der Gemeindeschreiber überzeugt, dass die Kosten ohne die zusätzliche Arbeit der Mitarbeiter im Sozialamt wesentlich höher wären. Leute rascher vermitteln Das handhabt auch Fischenthal so. Rund 20 Prozent mehr Fälle verzeichnet die Gemeinde. Der markanteste Anstieg ergab sich zwischen November 2009 und Mai 2010. «Grund dafür ist unter anderm die Wirtschaftslage und die steigende Komplexität der Fälle», sagt auch Gemeindeschreiber Roger Winter. Weil die Gemeinde in den letzten Jahren relativ wenig für die Arbeitsintegration gemacht habe, bestehe nun Handlungsbedarf. Deshalb hat die Gemeinde mit ihren 2300 Einwohnern das Sozialamt um 40 auf 80 Stellenprozent erhöht. Derzeit betreut das Amt 40 Fälle. «Wir wollen die Leute rascher vermitteln und aktiv betreuen», sagt Winter. Fischenthal und Lindau setzen Massnahmen der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) aktiv um. Im Januar hat sie 31 Massnahmen zur Wiedereingliederung beschlossen, denn gemäss dem Direktor des Bundesamts für Migration (BFM), Alard du Bois-Reymond, hat der Kanton Zürich das schlechteste Nothilferegime. Die Gemeinde Lindau arbeitet eng mit Integro in Effretikon, dem Arbeitsintegrationsprojekt des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks, zusammen. Auch werden immer wieder Personen beim Werkhofteam eingesetzt. «Solche Lösungen entlasten nicht nur das Budget der Gemeinde, sondern helfen auch den betroffenen Personen», sagt Ledermann. Das sieht auch Winter so: «Wichtig ist, dass wir genügen personelle Ressourcen zur Unterstützung haben.»

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