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11-Jährige tanzt sich nach London

Isabel Sprackling aus Stäfa hat geschafft, wovon viele Mädchen träumen: Sie hat die Aufnahmeprüfung an die Royal Ballet School in London bestanden.

Von Jacqueline Surer Stäfa – Ihr Händedruck ist unerwartet kräftig für ein so zartes Mädchen. Dass sich die Leute in Isabel Sprackling täuschen, kommt ohnehin häufig vor. Denn das Klischee einer besessenen Ballettschülerin erfüllt die 11-Jährige aus Stäfa nicht. Dafür wirkt sie zu freundlich, zu bescheiden, zu sanft, zu fröhlich. Tatsächlich verfügt das Mädchen aber über einen eisernen Willen. Dass das Tanzen ihr Ein und Alles ist, daran lässt Isabel keinen Zweifel. Beim Unterricht im Dance Atelier Stäfa (DAS), wo sie seit drei Jahren trainiert, wird denn auch klar, warum sie es bereits so weit gebracht hat: Beim Tanzen ist sie ein Abbild der Perfektion. In ihren Bewegungen liegt eine Anmut, der man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann. Das ist auch den Experten im Aufnahmegremium der Royal Ballet School in London nicht entgangen. Im Frühling hatte sich Isabel Sprackling mit über 500 anderen Mädchen und Knaben aus der ganzen Welt um einen der zwölf Studienplätze an der renommierten Ballettschule beworben – und wurde aufgenommen.Hany Abdin, Leiter der DAS-Tanzschule, ist über den Erfolg seiner Schülerin nicht allzu überrascht: «Isabel ist etwas ganz Besonderes. Ich war mir sicher, dass sie es schaffen würde.» Mit Talent alleine kommt man im Ballett aber nicht weit: Seit einem Jahr trainiert sie sechsmal die Woche – entweder in der Stäfner Tanzschule oder in der Ballettschule des Zürcher Opernhauses. Eine Doppelbelastung, die die 11-Jährige an ihre Grenzen brachte. Abdin empfahl Isabel deshalb, die Aufnahmeprüfung für die Ballettschule in London zu machen. Dort bekommen die Schülerinnen neben der tänzerischen auch eine akademische Ausbildung. Isabels Mutter, Rosie Sprackling, beobachtet die Karriere ihrer Tochter seit geraumer Zeit mit einer Mischung aus Stolz und Sorge. Als Musikerin ist sie zwar selber künstlerisch tätig, an einer Ballettstange gestanden hat sie aber noch nie. «Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder gehofft, dass sich meine Tochter irgendwann auch noch für andere Dinge interessieren würde», sagt sie. «Das ist aber nie passiert.» Die ganze Familie zieht um Der Abschied aus Stäfa wird Isabel Sprackling schwerfallen: «Es ist schon traurig, meine Freunde und meinen Trainer nicht mehr zu sehen.» Im Gegensatz zu den elf anderen Mädchen, die im Herbst die Ballettschule in London beginnen, hat sie aber einen Vorteil: Anstatt im Internat leben zu müssen, kann sie bei ihren Eltern und den beiden Geschwistern wohnen bleiben. Die Familie Sprackling hat nämlich die Gelegenheit genutzt, um zusammen mit Isabel in ihre alte Heimat zurückzukehren. Isabel Sprackling.

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