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Wie es die Bauern erlebten

Um an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren zu erinnern, setzte das Schweizer Fernsehen im August in seiner Doku-Serie «Alpenfestung» auf altbewährte Soldatenromantik und den Mythos vom Reduit. Hört man der 84-jährigen Oberaargauer Bauerntochter Greti Morgenthaler-Wegmüller zu, wenn sie von den Mobilmachungstagen Ende August 1939 erzählt, wird bald klar, dass die einschneidendste Veränderung des Schweizer Alltags ausserhalb der Festungen passierte: auf den Bauernhöfen, wo die Frauen das Zepter übernehmen mussten, weil ihre Männer vom Vaterland abkommandiert wurden. Der Publikumsrat der SRG sieht es ähnlich wie die Bauerntochter Morgenthaler-Wegmüller. In seiner gestrigen Medienmitteilung lobte er zwar, «das Living-History-Projekt ‹Alpenfestung› ist interessant und handwerklich gut umgesetzt», er rügte aber, die Sendung stosse an Grenzen. Es sei nicht gelungen, «die wirklichen Alltagsprobleme der Betroffenen von damals ernsthaft darzustellen». Der Alltag auf einem Bauernhof hätte mehr Stoff hergegeben als jener in einer Festung. Das belegen Greti Morgenthaler-Wegmüllers eigene Erfahrungen. Sie ist auf einem Hof am Hang unterhalb des Oberaargauer Dorfes Ursenbach bei Langenthal aufgewachsen. Heute lebt sie in einem prächtigen Bauernhaus im Dorf. Das Erinnern hat sie sich zur Lebensaufgabe gemacht. Aus den Geschichten über die Vergangenheit, die sie ihren Enkeln an Weihnachten erzählte, sind zwei Bücher in Oberaargauer Dialekt entstanden: «Gschpycherets» (2005) und «Büschelets» (2008). Im zweiten Buch erzählt die Autorin in der Geschichte «Zytlos» von der Mobilmachung 1939. svbDie Bücher: Greti Morgenthaler-Wegmüller: «Gschpycherets» und «Büschelets», Druckerei Schürch Huttwil, je Fr.25.–; im Buchhandel oder unter www.schuerch-druck.ch.>

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