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Solothurn brännt

Nur weil dies meine letzte Kolumne ist, mag ich jetzt nicht in einen larmoyanten Tonfall verfallen. Nur etwas möchte ich betonen: Als ich vor rund dreieinhalb Jahre meine Arbeit als Kolumnist aufnahm, wollte ich die Kolumne ja eigentlich «Einschleim» und nicht «Ausschlag» nennen. Aber auf mich hört ja niemand, und so wurde ich von meinen Chefs nun in über 150 Kolumnen gezwungen, über all das herzuziehen, was nicht niet- und nagelfest ist. Dabei bin ich ja eigentlich ganz ein Lieber und finde alles supi. So. Genug zurückgeblickt – schauen wir nach vorne! Auch wenn mir Grössenwahn völlig abgeht: Ohne meine freitäglichen mahnenden Worte, ohne mein Finger-auf-die-wunden-Punkte-legen im Sinn der Aufklärung, wird die Zukunft der Region Solothurn bestimmt nicht einfacher, fürchte ich. Wer setzt in Zukunft die Geschehnisse in grössere, kulturgeschichtliche Zusammenhänge? Wer warnt vor diskriminierungswürdigen Minderheiten? Wer prangert die ästhetischen Zumutungen an, die von Neonazis und reaktionären Babypunks ausgehen, deren Eltern BMW fahren und die vor der Kreuzackerbrücke vor sich hin gammeln, wenn sie nicht gerade Häuser besetzen? Ja, Solothurn in der Zukunft. Von einem Schreckensszenario will ich ja nicht reden, doch eine positive Prognose kann ich leider nicht stellen. In Grenchen werden voraussichtlich schon bald die Alkis vom Marktplatz, die krisenbedingt enormen Zulauf haben, Boris Banga aus dem Stadtpräsidium drängen und das Zepter in die Hand nehmen. Dasselbe wird in der Solothurner Vorstadt geschehen, wo es bedingt durch die Gassenküche im Adler ebenfalls immer mehr Randständige gibt. Dass die Randständigen auf dem Vormarsch sind, wird niemanden gross verwundern, weil schon bald alle Solothurner arbeitslos sein werden, und von diesen allen wird die Mehrheit abstürzen. Nur die Solothurner Altstadt wird vorläufig nicht von den Alkis beherrscht werden. Hier werden sich fanatisierte Sesseli-Befürworter und -Gegner verlustreiche Strassenschlachten liefern. Die Sesseli-Gegner werden gewinnen, da die Befürworter mit Steinschleudern und Schwertern kämpfen, während die Gegner eher mit Hightech in die Schlacht ziehen. Radikale Nachtruhesüchtige ertränken alle überlebenden Einwohner unter 30 in der Aare. Kurt Fluri schaut zu und grinst hämisch. Solothurn geht vor die Hunde und wird vom Bund zum «failed state» und zum Atommüllendlager erklärt. Der Kanton geht in Flammen auf. Das Feuer wird sich nah dis nah ausdehnen auf Europa und Afrika, es wird einen Weltkrieg geben und die Menschheit wird aussterben. Vielleicht aber auch nicht. >

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