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«Man kann nur auf viele Einsprecher hoffen, die reagieren»

Zur geplanten Überbauung Schadaugärtnerei im Scherzligenquartier in Thun Zurzeit liegt das überarbeitete Baugesuch «Überbauung Schadaugärtnerei» zur öffentlichen Begutachtung auf. Erfreulicherweise wurde das bisher viergeschossige Gebäude vis-à-vis der Scherzligen-Kirche durch die Intervention der kantonalen Denkmalpflege auf zwei Geschosse reduziert. Im Gegenzug wurden aber, man glaubt es kaum, die drei Gebäude vis-à-vis des Schadauparkes um jeweils ein Geschoss erhöht. Künftig soll also das historische Ökonomiegebäude der Schadau in nur zehn Meter Entfernung von 12,45 Meter hohen viergeschossigen Wohnblocks überragt werden. Müssen wir eigentlich ohnmächtig zuschauen, wie unsere Umwelt derartig verschandelt wird? Baurechtlich wird das jetzige Baugesuch wahrscheinlich durchgewinkt. Aber muss alles, was baurechtlich erlaubt ist, aus kommerziellen Gründen auch bis zum Gehtnichtmehr ausgenützt werden? Mit dem völlig überdimensionierten Bauvolumen wird das heute noch intakte Erscheinungsbild «Scherzligen-Schadau» nachhaltig gestört. Man kann nur hoffen, dass hier noch viele Einspruchsberechtigte und politisch Verantwortliche rechtzeitig agieren. Die Baugesuchspläne können bis zum 31.August im Thuner Bauinspektorat eingesehen werden. Momentan gehört das Grundstück noch dem Kanton, das heisst den Bürgerinnen und Bürgern des Kantons Bern. Der Kaufpreis soll nach dem Ausnutzungsgrad der künftigen Bebauung festgelegt werden; «Kaufpreis-Schwellenwert-Optimierung» heisst das im Fachjargon. Jetzt ist das Verantwortungsbewusstsein der kantonalen Liegenschaftsverwaltung gefordert. Eine Reduktion ihrer Verkaufspreisvorstellungen könnte den künftigen Besitzer sicherlich bewegen, auf das vierte Obergeschoss generell zu verzichten. Dann wäre auch die neuerliche baurechtliche unsensible Trickserei im Attikabereich unnötig, und die ursprüngliche gute Detailgestaltung könnte verwirklicht werden.Rolf Lembergfreier Architekt, Thun >

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