Zum Hauptinhalt springen

Feuer für Alpkäserei neu entfacht

Um auf der Alp Hohkien weiterhin Berner AOC-Alpkäse produzieren zu können, war eine Modernisierung der Alpkäserei unumgänglich. Die geforderte Umstellung von Gas- auf Holzfeuerung machte auch die Berghilfe möglich.

Auf der 2027 m ü.M. gelegenen Alp Hohkien im Kiental wurde diesen Sommer trotz warmer Temperaturen kräftig eingeheizt: Für die Käseproduktion befeuerten der Senn Fritz von Känel und seine Frau Barbara das «Chäschessi» erstmals mit Holz statt wie bis anhin mit Gas. «Um weiterhin die AOC-Ursprungsbezeichnung für unseren Alpkäse zu erhalten, mussten wir von Gas- auf Holzfeuerung umstellen», erklärt Alfred Thönen, Präsident der Alpkorporation. Das Pflichtenheft der AOC (Appellation d’origine contrôlée) legt Wert auf traditionelle handwerkliche Produktionsmethoden. Dank dem Einhalten der AOC-Kriterien erzielt die Alpkäsespezialität einen höheren Preis, was für die Wirtschaftlichkeit der Alp Hohkien entscheidend ist. «Drei bis vier Franken weniger Erlös pro Kilo könnten wir nicht verkraften», macht Thönen deutlich. Die Käsereieinrichtung wurde nicht nur erneuert, sondern dank einem Anbau auch räumlich vom Wohnbereich der Alphütte getrennt. Zudem wurde eine Rohrmelkanlage für die rund 35 Kühe installiert, die nebst 120 Rindern, fast 400 Schafen und einigen Ziegen den Alpsommer auf Hohkien verbrachten. Auch dank der Berghilfe Die notwendige Modernisierung auf der Alp Hohkien überstieg die finanziellen Möglichkeiten der 19-köpfigen Alpkorporation. Diese gelangte deshalb mit einem Unterstützungsgesuch an die Schweizer Berghilfe. Nach Prüfung des Projekts konnte die Berghilfe den entscheidenden Beitrag von 50000 Franken an die Gesamtkosten von 185000 Franken leisten, wie sie mitteilt. Markus Schlatter, der als ehrenamtlicher Experte der Schweizer Berghilfe das Projekt begleitet, betont: «Dank der Erneuerung und Erweiterung kann weiterhin ein qualitativ hoch stehender AOC-Alpkäse mit sehr guter Wertschöpfung produziert werden, was die Berglandwirtschaft in der Region stärkt.» Die Modernisierung der abgelegenen Alp war jedoch kein einfaches Unterfangen. So mussten etwa Beton und das «Chäschessi» per Helikopter auf die Alp geflogen werden, weil sie nur über einen Fussweg erreichbar ist und nur über eine kleine Materialseilbahn verfügt. Diese Bahn ist seit der neuen Holzfeuerung vermehrt im Einsatz, muss doch das Brennholz von weiter unten im Tal über die Baumgrenze hinaus auf die Alp Hohkien transportiert werden. Ertragreicher Sommer Laut Alfred Thönen hat sich die Neuinvestition in die Alpkäserei gelohnt, der Ertrag aus dem Alpsommer sei viel versprechend, betrage 2,5 Tonnen: Ende September werden rund 250 Käselaibe an die Korporationsmitglieder verteilt werden können, je nach Milchertrag ihrer gesömmerten Tiere. Von dort gelangt der Alpkäse direkt oder über Läden und Märkte an die Kunden. pd/jss >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch