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Benzinration abgegeben

Ausgabe vom 15.August «Landarzt Fritz Thönen, Zweisimmen» Aus dem sonst gut recherchierten Bericht geht nicht hervor, dass hinter der Rettungsaktion von alt Bundesrat Musy zu Gunsten von ungarischen Juden nicht nur jüdische Kreise standen, sondern dass auch der Bundesrat das Vorgehen aus humanitären Gründen guthiess. An einem Abendessen vom 2.Dezember 1944 in der Residenz des Bundespräsidenten am Finkenhubelweg 16, zu dem ich eingeladen war, orientierte Dr. Walther Stampfli, mehrmals von eintreffenden Depeschen unterbrochen, die Gäste über das geplante Vorhaben. Die eher fragwürdigeren Beziehungen von Jean-Marie Musy zu Heinrich Himmler sollten doch noch in positivem Sinn ausgewertet werden. Es war aber schwierig, von der Schweiz aus Termin und Treffpunkt für eine Zusammenkunft von Musy mit Himmler festzusetzen. Die Kriegslage in Deutschland war schon so desolat, dass der Reichsführer SS gezwungen war, sein Hauptquartier immer wieder zu verlegen. Mit der Bahn war er unmöglich zu erreichen. Musy musste ihn mit dem Auto suchen. Infolge der strengen Rationierung mangelte es am nötigen Treibstoff für eine Zickzackreise durch Deutschland von ungewisser Dauer. Da zögerte Bundespräsident Stampfli nicht lange und stellte ihm die Benzinration seines Dienstwagens zur Verfügung, um die aufgelistete Besprechung mit Himmler nicht im letzten Augenblick zu gefährden – die dann schliesslich das erfreuliche Ergebnis zeigte, dass 1200 ungarische Juden aus Theresienstadt freikamen. Peter HeimannOberhofen>

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