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Anzeigen gegen Frauen im Sexmilieu

Bei einer Razzia im Rotlichtmilieu kontrollierte die Fremdenpolizei elf Frauen. Sie hatten keine entsprechende Bewilligung.

Die Personenkontrolle der Fremdenpolizei der Stadt Bern erfolgte in der letzten Dienstagnacht im Berner Galgenfeld, nahe des Postfinance-Eishockey-Stadions. Dort, am Zikadenweg, führten die Beamtinnen und Beamten in einer Liegenschaft eine ganz normale Kontrolle durch. Insgesamt wurden elf Frauen aus der EU unter die Lupe genommen, die vor allem aus Ungarn, Polen und Deutschland stammen. Keine Bewilligung Weil es zu Widerhandlungen gegen die Meldevorschriften im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens zwischen der EU und der Schweiz kam, wurden einige Frauen angezeigt. Grund: Die Sexarbeiterinnen sind dort eingemietet und deshalb nicht Selbstständigerwerbende. Somit hätten sie eine fremdenpolizeiliche Bewilligung gebraucht. «Weil diese jedoch fehlten, wurden sie angezeigt», sagt der Städtische Fremdenpolizeichef Alexander Ott. Wie viele Frauen genau angezeigt wurden, konnte er noch nicht sagen, weil gewisse Sachverhalte noch abgeklärt werden. Nach den Angaben von Ott wurden die kontrollierten Frauen zudem über ihr Motiv zur Einreise und Ausübung der Sexarbeit im Rotlichtmilieu befragt. Anschaffen gestoppt Die betroffen Frauen dürfen ihre Tätigkeit aktuell nicht fortsetzen. «Entsprechende weitergehende Abklärungen sind im Gange», sagt Ott. Insbesondere werde auch die Situation mit den Arbeitgebenden beziehungsweise den Vermittelnden der Frauen geklärt, ergänzt der Chef der Fremdenpolizei. Mit einigen der Frauen werden zudem Rückkehrgespräche geführt. Sei dem 1.Juni 2004 benötigen Angehörige der EU-/EFTA-Mitgliedstaaten keine Bewilligung mehr, wenn sie sich als Selbstständigerwerbende im Erotikbereich für weniger als 90 Tage pro Kalenderjahr in der Schweiz aufhalten. Sie werden im Meldeverfahren erfasst. Liegt bei EU-8-Staaten (zum Beispiel Ungarn, Polen) ein Anstellungsverhältnis vor – wie dies bei den eingemieteten Frauen am Zikadenweg zum Teil der Fall war –, benötigt die Person jedoch eine fremdenpolizeiliche Bewilligung.Jürg Spori >

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