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Nsame angeschlagen ausgewechseltYB-Test endet torlos

Die Young Boys trennen sich im leeren Stade de Suisse gegen Challenge-Ligist Winterthur 0:0. Weil der Spielbetrieb bis am 30. April ruht, war es vorerst die letzte Partie der Berner.

Keine Zuschauer und keine Tore im Testspiel zwischen YB und Winterthur.
Keine Zuschauer und keine Tore im Testspiel zwischen YB und Winterthur.
Bild: Peter Klaunzer/Keystone

Während der Halbzeitpause ertönt plötzlich ein Jubelschrei. Die Ballmädchen erfahren gerade von einem YB-Funktionär, dass alle Schulen wegen des Coronavirus vorerst geschlossen werden. Es blieb beim einzigen Jubelschrei in diesem «Geister»-Testspiel zwischen den Young Boys und dem FC Winterthur, denn die Partie endet torlos.

«Die Intensität stimmte», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane. Goalie Marco Wölfli, der seine Karriere im Sommer beendet und damit vielleicht nur noch sein Abschiedsspiel bestreiten wird, spricht von einer speziellen Situation für alle momentan – nicht nur im Sport.

«Den Fokus zu behalten, war schwieriger als letzte Woche, weil damals die Möglichkeit grösser war, dass wir bald wieder spielen können», sagt Christian Fassnacht. Letztlich mache das Fussballspielen aber Spass, und deswegen sei ein Test trotzdem etwas Schönes, erklärt der Mittelfeldspieler weiter. Es war vorläufig das letzte Spiel der Berner, weil der Spielbetrieb bis mindestens am 30. April ruhen wird.

Nsame angeschlagen ausgewechselt

Die Zürcher begannen mutig und stellten die Young Boys in der ersten Halbzeit ein paar Mal vor Probleme. Wie in der 8. Minute, als Captain Fabian Lustenberger auf der Linie klärte. Oder als Roman Buess gegen Ende der ersten Halbzeit völlig freistehend – drei Meter vor dem Tor – David von Ballmoos anköpfte.

Ein kleiner Schock ereignete sich aus Berner Sicht in der 17. Minute. Liga-Topskorer Jean-Pierre Nsame musste mit einer Fussverletzung ausgewechselt werden. Ohnehin wechselten die Berner im Verlauf der Partie ordentlich durch, nur Fassnacht und Lustenberger standen die ganzen 90 Minuten auf dem Feld. Die Berner leisteten sich in Halbzeit eins einige Ballverluste oder agierten im gegnerischen Strafraum zu kompliziert.

«Das Meisterspiel gegen Luzern anschauen»

Nach der Pause hütete Wölfli das Tor der Berner, er wurde aber kaum mehr gefordert. Die Offensivabteilung um Zugang Meschack Elia kreierte im zweiten Abschnitt mehrere gute Möglichkeiten, etwas Zählbares schaute aber nicht heraus. Die beste Chance hatte Fassnacht, der sich mit einem sehenswerten Doppelpass mit Nicolas Moumi Ngamaleu in den Strafraum spielte und dann an Winterthur-Goalie Bojan Milosavljevic scheiterte.

Der weitere Verlauf wurde bei den Bernern anschliessend an das Testspiel in einer Sitzung diskutiert. Und Fassnacht gab den YB-Fans mit einem Augenzwinkern noch einen Tipp mit, wie die Zeit ohne Fussball überbrückt werden könnte: indem man sich das Meisterspiel gegen Luzern im TV nochmal anschaue. Jedenfalls würde dies mehr Jubelschreie auslösen als der Test gegen Winterthur.