Yakins massive Kritik an Stocker

Auch für den ehemaligen Internationalen Hakan Yakin war Valentin Stocker der grosse Verlierer im Spiel gegen Ecuador.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Torjäger Valentin Stocker, der vom FC Basel in die Bundesliga zu Hertha BSC Berlin wechselt, war mit grossen Vorschusslorbeeren in die Weltmeisterschaft gestartet. Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hatte gegenüber dem Millionenblatt «Bild» einen geradezu glühenden Werbespot für Stocker in Deutschland gemacht. «Valentin Stocker spielt mit dem FC Basel eine herausragende Saison und hat sich mit tollen Leistungen für die Bundesliga empfohlen», sagte der Lörracher und stellte Stocker für die WM sogleich eine Stammplatzgarantie aus. «Stocker ist bei mir Stammspieler.» Das mit der Stammplatzgarantie dürfte sich Hitzfeld nach der desolaten Leistung Stockers im ersten Gruppenspiel gegen Ecuador wohl noch einmal gründlich überlegen.

«Falls die Schweiz weiterhin mit zehn Mann spielen möchte, dann kann man Stocker getrost auch gegen Frankreich von Beginn weg bringen. Aber ich glaube nicht, dass sich die Schweiz das noch einmal erlauben kann», sagt der ehemalige Internationale Hakan Yakin, der 87 Länderspiele absolviert hat. Der Basler fiebert nach wie vor mit. «Ich habe während des Spiels gegen Ecuador so richtig mitgelitten. Ich war heilfroh, dass wir das Blatt nach einem 0:1-Rückstand noch wenden konnten.»

«Von Stocker bin ich massiv enttäuscht»

Yakin, der vor vier Jahren an der WM in Südafrika noch dabei war, lobt den Kampfgeist, das Herzblut und den Willen der Mannschaft, die nie aufgegeben und bis zur letzten Sekunde gefightet habe. Einzig von Stocker sei er massiv enttäuscht. «Stocker hatte nach Bekanntwerden seines Transfers zu Hertha in den deutschen Medien gesagt, er sei in Basel unterfordert gewesen. Er habe mit dem FC Basel nicht viele Spiele auf Bundesliganiveau bestreiten müssen. Ich habe Mühe mit einem Spieler, der so etwas von sich gibt und dann schon im ersten Gruppenspiel einer Weltmeisterschaft derart überfordert ist. Ich habe schon damals die Aussagen Stockers als Beleidigung für den Schweizer Fussball, die Spieler, die Trainer und die Staffs empfunden.»

«Okay, ich hatte auch meine schlechteren Spiele. Aber wenn ich mir eine solche Leistung wie Stocker erlaubt hätte, wäre ich von den Medien in der Luft zerrissen worden», fährt Yakin fort. Stocker solle sich vor allem an Valon Behrami ein Beispiel nehmen. «Er hat in diesem Spiel Kopf und Kragen riskiert. Als er mit seinem gewaltigen Sturmlauf den alles entscheidenden Konter, der schliesslich zum Siegtor führte, auslöste, hätte er auch schwer verletzt werden können. So viel Herzblut hätte ich mir auch von Stocker gewünscht. Das Einzige, was Stocker riskiert hat, war eine Auswechslung bereits nach fünf Spielminuten.»

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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