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Wie Chinas Piloten das Landen im Smog üben

Die Smog-Krise in China hat nun auch Folgen für die Airlines – Piloten müssen entsprechend ausgebildet werden. Für Verwirrung sorgte unterdessen das Staatsfernsehen mit seinen Smog-Tipps.

Folgen für Airlines: Ein Mann steht in der chinesischen Stadt Harbin bei heftigem Smog neben einem Flugzeug. (21. Oktober 2013)
Folgen für Airlines: Ein Mann steht in der chinesischen Stadt Harbin bei heftigem Smog neben einem Flugzeug. (21. Oktober 2013)
AFP

Schon lange ist die extreme Luftverschmutzung in China ein Problem für das Land – im Oktober traf es die Industriemetropole Harbin. Letzte Woche dann riefen die Behörden für den gesamten Osten des Landes die zweithöchste Alarmstufe orange aus, auch die Millionenmetropole Shanghai versank im Nebel. Hersteller von Atemmasken und teuren Luftfiltern steigerten ihren Umsatz, während die Menschen immer weiter an Atemwegsinfektionen erkranken.

Auch für die chinesischen Airlines hat der verheerende Smog nun Konsequenzen – Dutzende Flüge fallen aus oder haben Verspätung. Wie unter anderem die «South China Morning Post» schreibt, reagiert nun die zivile Luftfahrtsbehörde – und fordert von allen Piloten, die Peking anfliegen, ein spezielles Training für Landungen bei schlechter Sicht.

«Die Ausbildung ist sehr teuer»

Und dieses Training sieht so aus: Auf innerchinesischen Flügen sollen die Piloten dahingehend geschult werden, dass sie bei Sicht unter 400 Metern mit der Hilfe von Instrumenten automatisch landen können. Nur wenige Piloten, vor allem grösserer Maschinen, besitzen diese Qualifikation bisher. Wie ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter der Luftfahrtbehörde der «South China Morning Post» erklärte, sei Smog in China inzwischen häufig – wie dementsprechend Landungen ohne Sicht.

Auch wenn Chinas Flugzeuge jetzt schon mit den entsprechenden Instrumenten ausgerüstet sind: Bisher wurde von den Piloten keine Qualifikation verlangt. «Die Ausbildung ist sehr teuer, und schlechte Sichtverhältnisse gehörten früher nicht zu den normalen Bedingungen», zitiert «Spiegel online» Shu Ping von der chinesischen Akademie für zivile Luftfahrtforschung.

Smog für die Bildung

Neben den schlechten Sichtverhältnissen macht den chinesischen Behörden aber ein weiteres Problem Sorgen: Eine Studie von Flight Stats hatte im Sommer aufgezeigt, wie unpünktlich die Flüge in China sind. Nur 18 Prozent der Maschinen fliegen pünktlich von Peking ab – so wenig wie an keinem anderen Flughafen der Welt. Auch in anderen Grossstädten sowie an kleineren Flughäfen sieht die Situation nicht anders aus.

Auch die Airlines schneiden in der Studie kaum besser ab – China United Airlines schaffte es gerade mal bei 27 Prozent der Flüge, pünktlich zu sein. Auch nationale Linien wie China Southern oder Air China stehen kaum besser da. Die anhaltende Smog-Welle sorgte in den letzten Wochen gleichzeitig für Hunderte Verspätungen im Flugverkehr.

Das chinesische Staatsfernsehen dagegen sorgte kürzlich für eine Anekdote der besonderen Art, als es eine Liste der fünf Vorteile von Smog veröffentlichte. So sei die Luftverschmutzung förderlich für Gleichheit und Solidarität, stärke das Gesundheitsbewusstsein sowie den Bildungsgrad der Bevölkerung.

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