Zum Hauptinhalt springen

Himmelspalast fliegt ins All

China will auch im Weltraum eine Supermacht sein: Die Volksrepublik schickte am Donnerstag mit «Tiangong-1», sein erstes Testmodul für eine eigene Weltraumstation ins All.

Eine grosser Tag für China: Die erste Kapsel des neuen Raumsystems startet in der Wüste Gobi. (29. September 2011)
Eine grosser Tag für China: Die erste Kapsel des neuen Raumsystems startet in der Wüste Gobi. (29. September 2011)
Reuters
Eine 3D-Animation zeigt den Start der chinesischen Raumkapsel.
Eine 3D-Animation zeigt den Start der chinesischen Raumkapsel.
Reuters
Soll das Prestigeobjekt ins All tragen: March II-F Trägerrakete in Jiuquan.
Soll das Prestigeobjekt ins All tragen: March II-F Trägerrakete in Jiuquan.
Keystone
1 / 7

In einem ersten Schritt hin zu einer eigenen Raumstation hat China am Donnerstag ein experimentelles Modul ins All geschossen. Der 8,5 Tonnen schwere «Tiangong-1» («Himmelspalast 1») startete vom Raumfahrtzentrum Jiuquan am Rande der Wüste Gobi. «Dies ist ein bedeutender Test. So etwas haben wir bisher noch nie gemacht», zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua den leitenden Ingenieur der Bodenstation, Lu Jinrong.

Aus 350 Kilometern Höhe soll das Testmodul zunächst mit Spezialkameras die Nutzung chinesischen Ackerlandes untersuchen. In einem nächsten Schritt plant die asiatische Wirtschaftsmacht in den kommenden Wochen eine Mission mit einer unbemannten Raumkapsel vom Typ Shenzhou 8, um Andockmanöver zu trainieren. Zwei weitere Übungsmissionen, mindestens eine davon bemannt, sind für das kommende Jahr geplant. Die Astronauten sollen dann bis zu einen Monat lang im All bleiben.

Bis 2020 soll Raumstation fertig sein

Zwischen 2020 und 2022 will China eine vollständige Raumstation aus drei Teilen montieren. Die Station soll nach Fertigstellung etwa 60 Tonnen wiegen und wäre damit deutlich kleiner als die von 16 Nationen gemeinsam errichtete Internationale Raumstation ISS. Der Betrieb der ISS ist derzeit allerdings nur bis 2028 gesichert.

Im Jahr 2003 startete China nach Russland und den USA als drittes Land ein eigenes bemanntes Raumfahrtprogramm. Zuvor hatte sich China mehrfach bemüht, sich an dem ISS-Projekt zu beteiligen. Dies war jedoch vor allem von den USA abgelehnt worden. Als Hauptgrund dafür galt die enge Verknüpfung des chinesischen Raumfahrtprogramms mit den Streitkräften des Landes.

«Gute Erfolgsaussichten»

Experten räumen dem chinesischen Alleingang gute Erfolgsaussichten ein. «Es ist eine Nation, die sagen kann, OK, das was ihr macht, können wir auch machen, und zwar auch ohne euch und zu unseren Bedingungen», sagte Charles Vick vom Forschungsinstitut Globalsecurity.org. Zudem benötige das Land mit seinem autoritären politischen System zur Sicherung des Budgets auch nicht erst eine Mehrheit unter seinen Bürgern.

Zuletzt musste das chinesische Raumfahrtprogramm allerdings auch einige Rückschläge hinnehmen. Wegen technischer Probleme wurde der Start des «Tiangong-1» zunächst um ein Jahr verschoben. Eine weitere Verzögerung musste hingenommen werden, nachdem es eine chinesische Trägerrakete bei einem Test im August nicht bis in die Erdumlaufbahn schaffte.

SDA/pbe

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch