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So detailliert hat man Ceres noch nie gesehen

Acht Jahre Flug und eine Zwischenlandung auf einem Asteroiden: Nach einer 5-Milliarden-Kilometer-Reise erreicht die Raumsonde Dawn ihr Ziel – und liefert bereits spektakuläre Bilder.

Erste Raumsonde in der Umlaufbahn eines Zwergplaneten: Neue Bilder der Dawn zeigen, dass der hellste Punkt auf der Oberfläche von Ceres einen trüberen Nachbarn im selben Krater hat. (29. Februar 2015)
Erste Raumsonde in der Umlaufbahn eines Zwergplaneten: Neue Bilder der Dawn zeigen, dass der hellste Punkt auf der Oberfläche von Ceres einen trüberen Nachbarn im selben Krater hat. (29. Februar 2015)
William K. Hartmann, UCLA

Nach acht Jahren und fast fünf Milliarden Kilometern soll die Raumsonde Dawn diesen Freitag endlich den Zwergplaneten Ceres erreichen. Schon jetzt liefern Kameras an Bord spektakuläre Bilder vom Himmelskörper:

Die Oberfläche von Ceres ist übersät mit Kratern, wie aktuelle Aufnahmen der Raumsonde Dawn – die den Zwergplaneten aus einer Entfernung von 46'000 Kilometer Entfernung beobachtet – zeigen. Quelle: Nasa

Der nur 1,6 Meter lange und 747 Kilogramm schwere Flugkörper ist nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa die erste Sonde überhaupt in der Umlaufbahn eines Zwergplaneten. Mehrere Monate lang soll Dawn Ceres im Planetoidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter erforschen.

Planetoiden sind kleinere Himmelskörper aus der Frühzeit des Sonnensystems, die die Sonne umkreisen. Manche sind mehrere Hundert Meter, andere Hunderte Kilometer gross. In dem Planetoidengürtel vermuten Nasa-Wissenschaftler «einige der grossen Mysterien» über die Anfänge unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren:

Video: Dawn Mission Education and Communications

Erste Station: Asteroid Vesta

Dawn hat auf ihrer insgesamt rund 342 Millionen Franken teuren Mission schon viel hinter sich: Nachdem die Reise wegen zu hoher Kosten und technischer Probleme schon abgesagt worden war, konnte die Sonde nach einer Kehrtwende der Nasa dann im September 2007 doch noch vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida starten:

Spiralförmige Flugbahn (orange/hellblau) der Raumsonde Dawn mit Zwischenlandungen auf Mars, Vesta und Ceres. Bild: Nasa
Spiralförmige Flugbahn (orange/hellblau) der Raumsonde Dawn mit Zwischenlandungen auf Mars, Vesta und Ceres. Bild: Nasa

Knapp vier Jahre später erreichte sie ihr erstes Ziel: Vesta. Der vor mehr als 200 Jahren entdeckte Asteroid, der einen Durchmesser von nur rund 500 Kilometern hat, ist der hellste in unserem Sonnensystem.

Video: Nasa Jet Propulsion Laboratory

Mehr als ein Jahr lang umrundete und erforschte Dawn Vesta und lieferte zur Freude der Wissenschaftler unendlich viele Fotos und Messdaten.

Dieser 1995 gefundene Meteorit stammt aus der Kruste des Asteroiden Vesta. Vesta ist nach dem Mond und dem Mars der dritte ausserterrestrische Flugkörper, von dem Wissenschaftler eine Probe fanden. Bild: Russel Kempton, New England Meteoritical Services
Dieser 1995 gefundene Meteorit stammt aus der Kruste des Asteroiden Vesta. Vesta ist nach dem Mond und dem Mars der dritte ausserterrestrische Flugkörper, von dem Wissenschaftler eine Probe fanden. Bild: Russel Kempton, New England Meteoritical Services

Eisiger Planet

Im September 2011 machte sich die Raumsonde dann auf den Weg zu Ceres. Der 1801 entdeckte Zwergplanet misst im Durchmesser etwa 950 Kilometer und gilt als wahrer Eisklumpen – allein sein Eismantel soll 100 Kilometer dick sein. Darunter vermuten die Forscher Wasser. Mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten soll Ceres in den kommenden Monaten genauer untersucht werden.

Die ersten Ergebnisse brachte schon der Anflug. Vor wenigen Wochen funkte Dawn aus 145'000 Kilometer Entfernung die bislang detailreichsten Bilder von Ceres. Sie zeigen vor allem Krater und helle Flecken – wobei hell hier relativ ist: Ceres ist schwarz wie Kohle, seine hellen Flecken sind immer noch so dunkel wie eine Asphaltfläche.

(SDA)

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