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Stress bremst Heilungsprozess bei Zebrafischen

Die Herzen von Zebrafischen erreichen nach einem Infarkt nach kurzer Zeit wieder den Normalzustand. Allerdings nur, wenn sie keinem Stress ausgesetzt sind.

Zebrafische haben eine wundersame Eigenschaft: Der Fisch verdankt seinen Namen dem sich wiederholenden Muster von blauen und goldenen Längsstreifen. (Bild: Prateek Mahalwar / Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie)
Zebrafische haben eine wundersame Eigenschaft: Der Fisch verdankt seinen Namen dem sich wiederholenden Muster von blauen und goldenen Längsstreifen. (Bild: Prateek Mahalwar / Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie)

Zebrafische sind die unangefochtenen Meister der Regeneration. Sie können sich in weniger als einem Monat von einem Herzinfarkt erholen, indem sie neue Herzmuskelzellen erzeugen. Dazu sind sie jedoch nur in der Lage, wenn sie während der Heilungsphase keinem Stress ausgesetzt sind, berichten Freiburger Forscherinnen.

Die Biologinnen Anna Jazwinska und Pauline Sallin von der Universität Freiburg haben beobachtet, dass die Herzen von Zebrafischen nach einem Infarkt unter guten Bedingungen nach nur vier Wochen wieder den Normalzustand erreichen.

Nicht so, wenn die Fische Stress ausgesetzt werden: Wenn sie täglich eine Stunde mit anderen Artgenossen in einer begrenzten Menge Wasser eingepfercht wurden, löste die Enge Stress aus. In der Folge verlangsamte sich ihre Herzregeneration, wie die Universität Freiburg in einer Mitteilung vom Mittwoch erklärte.

Täglicher Stress hat grosse Wirkung

Die tägliche Belastung reiche also aus, um die Teilung der Herzmuskelzellen zu bremsen und folglich das Ersetzen des geschädigten Gewebes zu blockieren, berichteten die Forscherinnen im Fachjournal «Open Biology». Zum gleichen Ergebnis kamen sie, wenn sie den Stress mit pharmakologischen Wirkstoffen simulierten.

Andersherum könnte die Verabreichung leistungsfähiger Beruhigungsmittel wie Beta-Blockern, Prozac oder Valium dazu beitragen, den Effekt von Stressmomenten zu mildern.

Psyche beeinflusst Genaktivität

Die Wissenschaftlerinnen haben herausgefunden, dass akuter Stress die Expression mehrerer Gene hemmt. Darunter auch das Gen igfbp1b, welches den Wachstumsfaktor IGF reguliert. Bisher hatte man es nicht für möglich gehalten, dass psychologischer Stress einen solchen Effekt auf die robusten molekularen und zellulären Mechanismen haben kann.

Stress ist auch ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen beim Menschen. Die stressanfälligsten Regenerationsmechanismen zu identifizieren könne bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für Herzpatienten helfen, schrieb die Universität Freiburg. Gerade die stressfreie Therapie nach einem Herzinfarkt solle zu einem wichtigen Element der Behandlung werden.

SDA/nag

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