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Faszinierende Bilder aus der Forschung

In einem internationalen Wettbewerb prämiert die Zeitschrift «Science» die schönsten und überraschendsten Bilder aus der Forschung.

Barbara Vonarburg

«Atemberaubende Fotos und Grafiken enthüllen oft komplizierte Details unserer Welt», schreibt das US-Wissenschaftsmagazin «Science» in seiner heutigen Ausgabe. Es will Wissenschaftler dazu anregen, vermehrt Visualisierungstechniken anzuwenden, und hat deshalb gemeinsam mit dem amerikanischen Forschungsfonds NSF einen internationalen Wettbewerb ins Leben gerufen. Die Gewinner der diesjährigen Auschreibung werden in der heutigen «Science»-Ausgabe veröffentlicht. Zu den prämierten Grafiken zählt eine ungewöhnliche Darstellung der Bibel.

«Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott.» So beginnt das Johannes-Evangelium im Neuen Testament. Ähnlich fängt das Alte Testament an: «Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde», heisst es im Buch Genesis. Solche Querverweise interessieren Christoph Römhild, Pfarrer einer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Hamburg. «Ich will zeigen, wie viele Querverweise es gibt und wie sehr die Bibel in sich verwoben ist.» Sie stehe mit sich selbst in Diskussion, die an manchen Stellen kontrovers sei, aber meistens töne es wie «ein harmonisches, vielstimmiges Orchester».

Während seines Studiums und der Ausbildung zum Pastor sammelte Römhild Tausende von Querverweisen in der Bibel, beispielsweise Stellen im Neuen Testament, die erwähnen, dass sich mit Jesus eine Prophezeihung aus dem Alten Testament erfüllt habe. So entstand eine ausführliche Textdatei, die Römhild an seinem PC auch graphisch darstellte.

Diagramme im Internet

Als der Pfarrer im Internet nach neuen Ideen für eine anschauliche Umsetzung suchte, stiess er auf Bibelgrafiken des amerikanischen Forschers Chris Harrison vom Institut für Mensch-Computer-Interaktion an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh. Die Diagramme zeigten beispielsweise, wie oft zwei Namen wie Jesus und Jakob oder Jerusalem zusammen im Text auftauchen. Harrison wertete Römhilds Daten aus und stellte sie auf neuartige Weise dar.

Das Strichdiagramm am unteren Rand der Illustration zeigt den Umfang der Bibel. Jeder Strich entspricht einem Kapitel, seine Länge veranschaulicht die Zahl der Verse im entsprechenden Kapitel. Die einzelnen Bücher sind abwechslungsweise in weiss oder hellgrau gehalten. Jeder der 63'779 gefundenen Querverweise wird durch einen Bogen repräsentiert. Dessen Farbe veranschaulicht die Distanz zwischen den betreffenden Kapiteln. «So entstand der Regenbogen-Effekt», fasst Harrison zusammen. Der Regenbogen gelte als Zeichen Gottes für den Bund mit den Menschen, sagt Römhild: «Deshalb finde ich diese Grafik besonders schön.»

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