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Australier töten schwache Koalas

Im Südwesten Australiens herrscht eine Koala-Plage. Bei Melbourne werden kranke und schwache Koalas getötet. Sie müssen zum Schutz von gesunden Tieren sterben.

700 Tiere wurden in den letzten zwei Jahren getötet: Hier ein Koala im Zoo von Singapur, der auf den Artenschutz aufmerksam machen soll. (20. Mai 2015)
700 Tiere wurden in den letzten zwei Jahren getötet: Hier ein Koala im Zoo von Singapur, der auf den Artenschutz aufmerksam machen soll. (20. Mai 2015)
AP Photo/Wong Maye-E
Die zu schwachen oder kranken Tiere werden eingeschläfert. (22. Januar 2014)
Die zu schwachen oder kranken Tiere werden eingeschläfert. (22. Januar 2014)
AP Photo/Frank Augstein
Der Koalabär verzückte auch Prinz William und seine Kate im Taronga-Zoo in Sydney. (20. April 2014)
Der Koalabär verzückte auch Prinz William und seine Kate im Taronga-Zoo in Sydney. (20. April 2014)
AP Photo/Rob Griffith
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Australische Behörden gehen im Südwesten des Landes wieder gegen eine Koala-Plage vor. Schwache oder kranke Tiere werden getötet, um die gesunden Beuteltiere vor dem Verhungern zu retten. Dafür sind Parkranger in den Wäldern der Region Cape Otway südwestlich von Melbourne im Einsatz. Am ersten Tag der zweiwöchigen Massnahme seien 48 Koalas untersucht und sechs davon eingeschläfert worden, sagte der Einsatzleiter Jim O'Brien am Dienstag. Sie seien zu schwach gewesen, um in freier Wildbahn überleben zu können.

«Es ist tragisch, und wir fühlen uns deswegen furchtbar, aber wir müssen es machen, damit die anderen Koalas überleben können», sagte ein leitender Parkranger aus dem Umweltministerium im Bundesstaat Victoria. Inzwischen leben Behördenangaben zufolge in der Region etwa 20 Koalas pro Hektar. Normal sei ein Tier pro Hektar.

Es droht der Hungertod

Die Koalas haben die Blätter der von ihnen bevorzugten Eukalyptusbäume in der Region abgegrast, viele Tiere drohen zu verhungern. Generell können Koalas nach Angaben des örtlichen Zentrums für Umweltschutz Blätter von bis zu 20 verschiedenen Eukalyptusarten fressen. In dem betroffenen Gebiet ernährten sich die Tiere jedoch nur von einer Baumart. Damit vernichteten sie ihre Futterquelle, wie eine Sprecherin des Zentrums sagte.

Bei dem jetzigen Einsatz werden kranke Koalas eingeschläfert, Weibchen bekämen Verhütungsmittel, wie die Behörden mitteilten. Etwa 40 Tiere sollten umgesiedelt werden. In Cape Otway wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits etwa 700 Koalas getötet. Derzeit leben noch ungefähr 1000 Tiere dort, wie O'Brien berichtete.

Nicht überall gleich

Seit 2001 steht der Koala (Phascolarctos cinereus) auf der offiziellen australischen Liste regionaler Schädlinge – in Gesellschaft von Termiten, gefrässigen Seesternen und dem fleischfressenden Eisvogel Kookaburra (Lachender Hans).

Die Koalas waren in den 80er-Jahren in der Region im Südwesten angesiedelt worden. Buschbrände und natürliche Feinde gab es nicht, die Population explodierte. Ganz anders ist die Situation an der Ostküste Australiens: Dort brechen die Koala-Zahlen dramatisch ein, vor allem in Queensland und New South Wales. Durch die Ausbreitung von Küstenstädten wie Sydney und Brisbane geht viel Vegetation verloren, zahlreiche der langsamen Tiere werden zudem von Autos überfahren.

SDA/slw

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