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Viagra-Studie mit Schwangeren: 11 Babys gestorben

Niederländische Forscher wollten Ungeborenen helfen. Nun musste der Versuch abgebrochen werden.

Statt den Babys zu helfen, starben 19 Babys von insgesamt 93 Frauen, denen der Viagra-Wirkstoff verabreicht wurde. Bild: Reuters/Regis Duvignau
Statt den Babys zu helfen, starben 19 Babys von insgesamt 93 Frauen, denen der Viagra-Wirkstoff verabreicht wurde. Bild: Reuters/Regis Duvignau

Nach dem Tod von elf Föten im Rahmen einer Forschungsreihe, bei der die Mütter während der Schwangerschaft das gefässerweiternde Präparat Viagra einnahmen, haben Wissenschaftler in den Niederlanden die Studie abgebrochen. Wie das Akademisch-Medizinische Zentrum (AMC) der Amsterdamer Universitätsklinik mitteilte, wurde an insgesamt zehn Kliniken des Landes seit 2015 insgesamt 93 schwangeren Frauen Viagra verabreicht, um schwerwiegenden Wachstumsproblemen ihrer Föten entgegenzuwirken.

90 Frauen in der Vergleichsgruppe, deren Ungeborene ebenfalls Wachstumsstörungen aufwiesen, bekamen dagegen ein wirkungsloses Placebo-Präparat. 19 Babys der mit Viagra behandelten Gruppe starben, elf von ihnen wahrscheinlich an zu hohem Blutdruck in den Lungen, der mit der Einnahme von Viagra zusammenhängen kann. Zur Todesursache der anderen acht Babys wurden keine Angaben gemacht. Sechs frühgeborene Säuglinge aus der Gruppe entwickelten ebenfalls Lungenprobleme, überlebten aber.

Geringe Überlebenschance

In der Placebo-Gruppe starben laut AMC neun Kinder, jedoch keines von ihnen an Lungenproblemen. Bei drei Babys habe es Lungenkomplikationen gegeben, sie seien jedoch nicht gestorben.

Mit dem Viagra-Wirkstoff, der vor allem gegen Erektionsstörungen bei Männern eingesetzt wird, wollten die Mediziner das Wachstum der Föten fördern. Denn die Überlebenschancen von Neugeborenen mit derart gravierenden Wachstumsstörungen im Mutterleib sei «gering» und es gebe «keine andere Behandlungsmöglichkeit», erklärten sie.

Ein Dutzend Studienteilnehmerinnen bangen nun dem Ende ihrer Schwangerschaft entgegen, wie niederländische Medien berichteten. Der Leiter der Studie, der Gynäkologe Wessel Ganzevoort, äusserte sich in der Zeitung «De Volkskrant» schockiert über die Todesfälle. «Das Letzte, was wir wollen ist den Patienten schaden», sagte er. Die Ergebnisse der Studie seien an kanadische Wissenschaftler mit einem ähnlichen Forschungsvorhaben übermittelt worden.

(AFP)

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