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Ritalin für Gesunde ist illegal

Zur mentalen Leistungssteigerung erhalten auch gesunde Kinder laut einer Studie Ritalin. Doch das ist rechtlich nicht erlaubt.

Die Abgabe von Ritalin stieg, nicht aber die Anzahl von ADHS-Diagnosen.
Die Abgabe von Ritalin stieg, nicht aber die Anzahl von ADHS-Diagnosen.
Julian Stratenschulte, Keystone
Wenn der Zeitdruck zunimmt, ist das Arbeiten mit gefährlichen Maschinen für ADHS-Betroffene oft nicht mehr möglich.
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Gaetan Bally, Keystone
Für manche lohnt sich der Besuch von Arbeitsintegrationsprogrammen, um die eigenen Stärken zu entdecken.
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Gaetan Bally, Keystone
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Kindern mit dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyper­aktivitätssyndrom, kurz ADHS, wird Ritalin verschrieben. Doch das umstrittene Medikament wird auch gesunden Kindern abgegeben, was illegal ist, wie es in der «NZZ am Sonntag» heisst. Zu diesem Schluss sei Rechtswissenschaftlerin Tanja Trost von der Universität Zürich in ihrer Doktorarbeit gekommen. «Die Verabreichung von Medikamenten wie etwa Ritalin zur Steigerung der mentalen Leistungsfähigkeit an Minderjährige ist nach geltendem Recht verboten.»

Weiter heisst es, dass zwar die Abgabe von Methylphenidat respektive Ritalin in den vergangenen knapp 20 Jahren von 38 auf 344 Kilogramm erhöht wurde, die Zahl von Kindern und Jugendlichen, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, bei drei bis fünf Prozent stehengeblieben sei.

Experten gehen davon aus, dass ein Grossteil des Ritalins als Hirndoping-Mittel verwendet wird, so die «NZZ am Sonntag». Für Alain Di Gallo, dem Präsidenten der Schweizerischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Chefarzt an der Kinderpsychiatrischen Uniklinik Basel, sei dies problematisch. «Methylphenidat zu verschreiben, wenn dafür keine medizinische Indikation gegeben ist, halte ich für nicht vertretbar.»

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