Neue Hoffnung im Kampf gegen Ebola

Im Kampf gegen Ebola ist Wissenschaftlern ein wichtiger Fortschritt gelungen: Sie haben zwei neue Medikamente gefunden.

Demnächst könnte es für mehr Patienten ein wirksames Medikament geben. Foto: Reuters/Baz Ratner

Demnächst könnte es für mehr Patienten ein wirksames Medikament geben. Foto: Reuters/Baz Ratner

Im Kampf gegen Ebola gibt es einen neuen Lichtblick. Zwei experimentelle Medikamente verbessern nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO die Überlebenschancen der Kranken deutlich.

Mit dem Wirkstoff REGN-EB3, einer Kombination aus drei Antikörpern, konnten 71 Prozent der Patienten dem Tod entgehen. Mit dem Antikörper mAb114 überlebten 66 Prozent der Erkrankten. Zwei weitere Wirkstoffe, ZMapp und remdesivir, verhinderten den Tod bei etwa der Hälfte der Erkrankten. Die WHO spricht sich daher gegen den weiteren Einsatz dieser weniger wirksamen Medikamente aus.

Durchschnittlich stirbt jeder zweite Ebola-Kranke; im aktuellen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo kostet das Virus etwa zwei Drittel der Patienten das Leben. Mehr als 2800 Menschen sind bislang erkrankt, 1900 gestorben.

Die WHO und andere Organisationen hatten die vier Wirkstoffe während der seit einem Jahr andauernden Epidemie im Kongo an etwa 500 Patienten getestet. Die Ergebnisse sind vorläufig und noch nicht in einem Fachjournal publiziert. Die Studie wird fortgesetzt – allerdings nur mit den beiden erfolgreicheren Medikamenten.

Trotz Impfstoff wütet die Seuche weiter

Sie scheinen besonders wirksam zu sein, wenn sie frühzeitig nach der Infektion gegeben werden. In dem Fall überlebten den vorläufigen Ergebnissen nach sogar um die 90 Prozent der Patienten.

«Heute haben wir ein neues Kapitel aufgeschlagen. Von nun an werden wir nicht länger sagen, dass Ebola nicht behandelbar ist», sagte der Ebola-Koordinator im Kongo, Jean-Jacques Muyembe, nach Medienangaben. Muyembe hat selbst frühzeitig am Einsatz von Antikörpern geforscht.

Allerdings zeigt gerade der aktuelle Ausbruch, dass effektive Wirkstoffe allein nicht reichen. Es gibt ja bereits einen sehr potenten Impfstoff, trotzdem verhindern Misstrauen, Unruhen und Auseinandersetzungen in der Region die Eindämmung des Ausbruchs bislang.

Die beteiligten Forscher hoffen dennoch auf weitere Fortschritte durch die neuen therapeutischen Möglichkeiten. Anthony Fauci, Direktor des US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases, das an der Studie beteiligt war, sieht das Potenzial vor allem darin, «die Überlebenschancen der Betroffenen zu verbessern und sie damit leichter zu überzeugen, sich in Behandlung zu begeben». Damit könnten Ausbruchsherde womöglich auch früher identifiziert werden.

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