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Schlangengift im Blut

Steve Ludwin injiziert sich seit 30 Jahren Schlangengift. Forscher könnten dank seiner Methode Leben retten.

Leidet im Dienste der Wissenschaft: Steve Ludwin. (Video: Tamedia/AFP)

«Was ich tue, klingt verrückt, aber es könnte positive Folgen für die Gesundheit haben», sagt Steve Ludwin. Seit rund 30 Jahren spritzt sich der Schlangenfan und Punkrocker Schlangengift in seine Venen.

Über die Jahre hat sich Ludwin das Gift der gefährlichsten Schlangen der Welt injiziert. Ob Schwarze Mamba oder Kobra, alles war dabei. Er verabreicht sich jeweils eine geringe Dosis des Gifts, was zu einer «Selbst-Immunisierung» führe. Und das funktioniere, denn er sei seit über 15 Jahren nicht mehr krank gewesen, so Ludwin.

Kein Drogentrip, sondern Schmerzen

Trotzdem ging nicht immer alles glatt. Einmal lag er wegen einer Überdosis drei Tage lang auf der Intensivstation. Und sonderlich angenehm sei es zudem nicht: «Das ist kein Drogentrip, sondern es bedeutet extreme Schmerzen.»

Sein Vorgehen hat das Interesse der Wissenschaft geweckt. Forscher der Universität Kopenhagen wollen aus den Antikörpern in seinem Blut ein neues Gegengift entwickeln.

Teure Gegengifte

Sind die Forscher erfolgreich, würde das einen grossen Durchbruch bedeuten. Bislang müssen Gegengifte gegen Schlangenbisse von Tieren, meist Pferden, gewonnen werden, denen das Gift injiziert wurde. Das verursacht Kosten. Im Extremfall Kosten von über 10'000 US-Dollar pro Behandlung. Das Gegengift der Forscher aus Kopenhagen würde dagegen bloss einige Hundert Dollar kosten. Bis im kommenden Jahr soll das Projekt abgeschlossen sein.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO werden jedes Jahr 5,4 Millionen Menschen von Giftschlangen gebissen. Rund 100'000 davon sterben.

(AFP)

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