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Können Hunde tatsächlich Ebola übertragen?

Nach der Ebola-Diagnose bei einer spanischen Krankenschwester wurde ihr Hund eingeschläfert – weil er möglicherweise den tödlichen Virus in sich trug. Experten mahnen zur Vorsicht.

Die Polizei muss Demonstranten zurückhalten: Der Hund Excalibur wird von den Behörden in einem Van abtransportiert. (8. Oktober 2014)
Die Polizei muss Demonstranten zurückhalten: Der Hund Excalibur wird von den Behörden in einem Van abtransportiert. (8. Oktober 2014)
Keystone
Excalibur auf dem Balkon seines Zuhauses: Seine Besitzerin liegt als erste Ebola-Patientin Europas in einem Madrider Spital. (8. Oktober 2014)
Excalibur auf dem Balkon seines Zuhauses: Seine Besitzerin liegt als erste Ebola-Patientin Europas in einem Madrider Spital. (8. Oktober 2014)
AFP
Dutzende Demonstranten hatten sich vor dem Wohnhaus versammelt. (8. Oktober 2014)
Dutzende Demonstranten hatten sich vor dem Wohnhaus versammelt. (8. Oktober 2014)
AFP
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Nach der Ebola-Diagnose bei einer spanischen Krankenpflegerin in Madrid ist ihr Hund eingeschläfert worden. Die Behörden gaben als Grund an, dass der Mischling mit Namen Excalibur womöglich Träger des Ebola-Virus sein könnte. Tatsächlich gibt es nach Einschätzung von Experten eine Reihe von Hinweisen darauf, dass sich auch Hunde mit der tödlichen Krankheit anstecken können. Allerdings liegen dazu bisher keine ausreichenden wissenschaftlichen Untersuchungen vor.

Es sei ein vernünftiger Schritt, anzuerkennen, dass Hunde bei der Übertragung von Ebola «ein Risiko für Menschen sind», hebt Andrew Easton von der britischen Warwick University hervor. Auch wenn keine ausreichenden Beweise und Daten vorliegen, raten andere Experten ebenfalls zur Vorsicht.

Keine speziellen Studien

In einer Studie aus dem Jahr 2005 wurde das theoretische Risiko dargestellt, dass Hunde über Urin, Fäkalien oder Speichel das Virus auf den Menschen übertragen könnten. Laut Virologen gibt es aber keinen Hinweis darauf, dass dies je der Fall war.

Aus Afrika ist bekannt, dass Fledermäuse den Virus in sich tragen können, ohne Krankheitssymptome zu zeigen. Affen hingegen erkranken ähnlich wie Menschen an Ebola.

Zu Haustieren hingegen liegen keine speziellen Studien vor. Die einzige, 2005 veröffentlichte Untersuchung geht auf eine Studie zurück, bei der Forscher einen Ebola-Ausbruch in den Jahren 2001/2002 in Gabun untersuchten. Dort fanden sie Spuren von Antikörpern gegen das Virus im Körper von Hunden - was auf eine vorherige Infektion mit Ebola hinweist. Unklar war aber, ob sich die Hunde bei Menschen oder bei Wildtieren angesteckt hatten. Auch die viel wichtigere Frage konnte nicht beantwortet werden: Können Hunde ihrerseits Menschen anstecken?

«Ein Verlust für die Wissenschaft»

«Wir wissen es nicht, weil niemand es untersucht hat», sagt Easton. «Wenn Hunde aber das Virus in sich tragen, dann sind sie auch eine potenzielle (Viren-)Quelle.» Sie könnten ein Risiko für jeden sein, der in engen Kontakt mit ihnen komme.

Der Chef der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE), Bernard Vallat, mahnt ebenfalls zur Vorsicht. Er räumt zwar ein: «Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass Haustiere eine aktive Rolle bei der Übertragung der Krankheit auf den Menschen spielen.» Doch müsse das «Vorsorgeprinzip» beachtet werden. Mitarbeiter seiner Organisation würden in Westafrika auch auf neue Hinweise zu Haustieren achten.

Easton ist dennoch skeptisch, was die Tötung von Hunden in Westafrika anbelangt. Es gebe dafür erstens nicht die Mitarbeiter, sagt er. Und das «höhere Risiko ist der Mensch-zu-Mensch-Kontakt».

Für den Forscher Eric Leroy, der an der Studie in Gabun beteiligt war, ist die Tötung des Hundes in Spanien jedenfalls ein Verlust für die Wissenschaft. Wäre das Tier am Leben geblieben, meint er, dann hätte es vielleicht «wertvolle Antworten» liefen können, ob Hunde an Ebola erkranken und ob sie das Virus auf Menschen übertragen können.

AFP/ajk

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