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Grippewelle in der Schweiz weiter im Anstieg

Betroffen sind vor allem Säuglinge und Kinder bis 14 Jahre. Der Ansteckungstrend zeigt in allen Altersklassen weiter nach oben.

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Ein Mädchen liegt im Bett und misst mit einem Thermometer die Körpertemperatur.
Ein Mädchen liegt im Bett und misst mit einem Thermometer die Körpertemperatur.
Gaëtan Bally, Keystone

In der Schweiz breitet sich die Grippe immer noch weiter aus und zwingt in allen Landesteilen viele Menschen ins Bett. Die Intensität der Grippe ist mit anderen Jahren zwar vergleichbar. Allerdings kursieren derzeit drei Viren gleichzeitig. Das ist eher untypisch.

«Normalerweise setzt sich ein Virus gegen andere durch, das ist bislang noch nicht geschehen», sagte Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim BAG, am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

So zirkuliert dieses Jahr unter anderem jenes Virus, das im Jahr 2009 die Grippepandemie auslöste. Das Virus sei jedoch nicht gefährlicher als andere. Zudem sei es normal, dass solche Viren später in Form von normalen saisonalen Grippeviren kursierten. Die Immunität dagegen sei in der Regel grösser und die Viren seien nicht mehr so aggressiv.

Gemäss BAG werden alle Virenstämme von den diesjährigen Impfstoffen abgedeckt. Neben der tatsächlichen Grippe werden vom Impfstoff auch grippeähnliche Erkrankungen abgedeckt, die durch das Influenzavirus ausgelöst werden, nicht aber Erkältungen. Die Zusammensetzung wird jeweils ungefähr im Februar oder März für die kommende Grippesaison von der WHO zusammengestellt.

Welle noch im stark ansteigenden Teil

Insgesamt bewegt sich die diesjährige Grippewelle im Jahresvergleich bislang im normalen Rahmen. Eine abschliessende Einschätzung ist aber gemäss Daniel Koch schwierig, da sich die Welle noch in der stark ansteigenden Phase befindet. Eine Prognose über den weiteren Verlauf sei extrem schwierig und hänge von vielen Faktoren ab. Das Wetter spiele sicher auch immer eine Rolle.

Jedes Jahr sterben gemäss Koch europaweit bis zu 40'000 Menschen an der Grippe, in der Schweiz dürften es zwischen 500 und 1500 sein. «Es ist aber extrem schwierig zu messen, wie viele Menschen effektiv an der Grippe gestorben sind», betont Daniel Koch.

Ein Vergleich der Ansteckungsrate oder Mortalität mit dem Coronavirus lasse sich noch nicht ziehen. Dafür ist gemäss Daniel Koch über den neuartigen Erreger noch viel zu wenig bekannt.

Säuglinge und Kinder am stärksten betroffen

Das BAG misst die Intensität der Grippewelle anhand der Anzahl grippeähnliche Erkrankungen, welche die Ärzte dem sogenannten Sentinella-Meldesystem melden. In der aktuellen Woche wurden von den Ärztinnen und Ärzten 37,8 grippeähnliche Erkrankungen pro 1000 Konsultationen gemeldet, wie die neusten Zahlen des BAG vom Mittwoch zeigten. Das sind hochgerechnet 292 Ansteckungen pro 100'000 Einwohner.

In der Vorwoche waren es 27,2 Erkrankungen pro 1000 Konsultationen respektive 215 Erkrankungen pro 100'000 Einwohner. Die Tendenz ist weiter steigend. Der epidemische Schwellenwert von 69 Grippeverdachtsfällen wurde in der Woche zwei erreicht.

Am stärksten betroffen sind per 5. Februar 2020 weiterhin Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis 14 Jahre. Die Grippe ist in allen Regionen ausser in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie Solothurn weit verbreitet. In diesen Kantonen sowie in der Innerschweiz ist der Trend konstant, in allen anderen Regionen steigend.

(SDA)

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