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Experten warnen vor neuen Masern-Epidemien

Laut dem Bundesamt für Gesundheit werden in den Schweiz noch immer nicht genug Kleinkinder gegen die Masern geimpft.

An dem heute vorgestellten Monitoring für das Jahr 2006 hatten sich 16 Kantone beteiligt. Was Masern, Mumps und Röteln betrifft, so zeigte sich bei den Kleinkindern im Alter von 24 bis 35 Monaten eine Durchimpfung mit einer Dosis von 84 Prozent. Bei den Masern allein stieg der Durchimpfungsgrad seit dem letzten Monitoring von 82 Prozent auf 86 Prozent – doch um die Masern erfolgreich zu eliminieren, wäre laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Quote von 95 Prozent nötig.

Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ergab das Monitoring zudem grosse Unterschiede in den einzelnen Kantonen: So wiesen nur drei der untersuchten Kantone eine Durchimpfung von mehr als 90 Prozent auf, nämlich Freiburg, Jura und Neuenburg. In den fünf Kantonen Appenzell-Innerrhoden, Luzern, Obwalden, Schwyz und Uri lag die Durchimpfung unter 80 Prozent.

Warnung vor weiteren Krankheitswellen

Die Schweiz verzeichnet laut dem BAG die grösste Epidemie, seit im Jahr 1999 eine Meldepflicht eingeführt wurde. Von November 2006 bis zum 22. Mai dieses Jahres waren 2866 Fälle gemeldet worden. «Vom Ziel, die Masern zu eliminieren, sind wir in der Schweiz noch weit entfernt», halten die Impfexperten des BAG fest. Es sei davon auszugehen, dass Epidemien wie die aktuelle weiter auftreten würden, falls die Durchimpfungsrate nicht deutlich gesteigert werde.

Die Ergebnisse zeigen laut dem BAG aber auch, dass eine regelmässige Erhebung der Durchimpfung in allen Kantonen unabdingbar ist. Nur so könnten Trends rechtzeitig entdeckt und die nötigen Massnahmen ergriffen werden. Die Daten zeigten, dass aktuell Handlungsbedarf bestehe, um die «mässig befriedigende» Lage bei den Masern möglichst rasch zu beheben.

Bessere Resultate bei anderen Impfungen

Zufrieden äusserten sich BAG-Mitarbeitende nach der Erhebung 2005/06 bei der Durchimpfung von Kleinkindern mit drei Dosen bei Diphterie/Tetanus (95 Prozent), Kinderlähmung Polio (94 Prozent), Keuchhusten (93 Prozent) und Haemophilus influenzae Typ B (92 Prozent) ergeben. Dies gelte für alle beteiligten 16 Kantone.

Bei der Durchimpfung mit vier Dosen sei das Ergebnis mit 82 bis 83 Prozent allerdings bereits weniger befriedigend; dabei gebe es unter den Kantonen recht deutliche Unterschiede gebe. Laut der WHO wäre für die Kontrolle auch dieser Krankheiten landesweit eine Durchimpfung von 95 Prozent und von mindestens 90 Prozent in allen Kantonen nötig.

AP/raa

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