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«Ein Ausmass wie in Deutschland ist nicht vorstellbar»

In der Schweiz ist das EHEC-Bakterium weit weniger verbreitet als in Deutschland. Ein Mikrobiologe erklärt, weshalb es hierzulande zu weniger Erkrankungen kommt.

«In der Schweiz ist nichts von der kontaminierten Ware im Umlauf»: Herbert Hächler.

Zu so viel Krankheitsfällen wie in Deutschland werde es in der Schweiz nicht kommen. Das meint Herbert Hächler von der Universität Zürich, der Proben des Erregers EHEC analysiert hat. Weshalb, erklärt der Mikrobiologe im Videointerview (siehe oben).

Im Kampf gegen die Darmseuche haben Ärzte zudem einen Erfolg vermeldet. Eine neuartige Therapie von schwerkranken Patienten mit einem Antikörper scheine nach ersten Einschätzungen erfolgreich zu sein, sagte ein Sprecher der Uniklinik in Hannover am Montag.

«Erfolge sichtbar»

Seit vergangenem Mittwoch wurden mehr als ein Dutzend Patienten in Hannover mit dem neuen Medikament behandelt, das gegen akutes Nierenversagen wirken soll. Es seien bereits - bei aller gebotenen Vorsicht - «gewisse Erfolge sichtbar», sagte der Sprecher.

Auch am Hamburger Uniklinikum Eppendorf werden mehrere Patienten, die unter schweren Komplikationen infolge einer EHEC-Infektion leiden, mit dem Antikörper behandelt. Verlässliche Aussagen, ob die Therapie erfolgreich sei, seien aber erst in einigen Wochen möglich, sagte der dortige Nierenspezialist Rolf Stahl vor Journalisten.

Neue Forschungsergebnisse

Bei dem Mittel handelt es sich um einen Antikörper mit der Bezeichnung Eculizumab. Ärzte und Wissenschaftler in Heidelberg, Montreal und Paris hatten vor wenige Tagen in der Online-Version des «New England Journal of Medicine» über die erfolgreiche Behandlung von drei Kleinkindern mit diesem Antikörper berichtet.

Die Kinder waren demnach im vergangenen Jahr nach einer EHEC- Infektion an einer schweren Verlaufsform, dem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankt, das zu akutem Nierenversagen führen kann. Die Fachzeitschrift hatte den Artikel wegen der aktuellen EHEC-Infektionswelle vorzeitig veröffentlicht und die Nierenspezialisten in Deutschland informiert.

Der Darmkeim war am Donnerstag in Hamburg auf drei Salatgurken aus Spanien nachgewiesen worden. Die eigentliche Quelle der EHEC- Verseuchung ist aber nach wie vor unbekannt.

Immer mehr Menschen erkranken an dem gefährlichen Erreger. Unterdessen erhöhte sich die Zahl der Todesfälle in Deutschland auf 13. Am Montagnachmittag kamen in Berlin Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) mit Vertretern der Bundesländer zu einem Krisentreffen zusammen.

SDA/mrs

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