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Keine Sorge in Sorge?

Unnützes Wissen für Reisende: Der Ort Sorge im deutschen Harz hat eine sorgenvolle Vergangenheit. Oder doch nicht?

Ein Ort namens Sorge. Stimmt in diesem Fall sogar das alte lateinische Sprichwort «Nomen est omen»? Durchaus, sagt zum Beispiel der renommierte deutsche Namensforscher Karlheinz Hengst: Sorge, ein Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken im deutschen Landkreis Harz, heisse tatsächlich so, weil zur Zeit der Gründung der Siedlung zu Beginn des 16. Jahrhunderts sorgenvolle Verhältnisse geherrscht hätten.

Die Bürger des Orts allerdings finden wenig Gefallen an dieser These. Sie sind der Auffassung, dass sich der Name Sorge von dem mittelhochdeutschen Wort Zarge (= Grenze) ableitet. Sorge lag nämlich stets in einem Grenzgebiet. Endeten einst hier die Besitzungen des Klosters Walkenried, so verlief bei Sorge im 16. Jahrhundert die Grenze zwischen Braunschweig und Preussen, das dem Ort im Jahr 1830 das Gemeinderecht gewährte.

Von 1945 bis 1990 lag Sorge an der innerdeutschen Grenze und heute an der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Was ganz gut zu dieser Erklärung passt: Der Ort beherbergt ein Grenzmuseum mit einem Stück im Originalzustand erhaltener Grenzanlagen aus der Zeit des Kalten Krieges.

Wie oder warum auch immer Sorge zu seinem Namen kam: Heute ist man im Ort vorab stolz auf die attraktive Umgebung, die viele Naturliebhaber anzieht: Sorge liegt im Naturschutzgebiet Harzer Bachtäler sowie an mehreren Wanderwegen und bietet Einstiege in das Mountainbike- und Skilanglaufnetz.

Unter dem Titel «Besserwisser on Tour» stellen wir in loser Folge Orte mit kuriosen Namen vor.

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