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Architektur für die russische Raumfahrt

Zwischen Freilichtmuseum und Science-Fiction: Ein Bildband zeigt, wie das Thema Raumfahrt in der Sowjetunion eine ganze Architektengeneration geprägt hat.

Wie eine ausserirdische Raumstation: Hotel- und Kuranlage Druschba, Kurpati/Krim. Architekt: Igor A. Wassiljeskii, Ingenieur: Nodar W. Kantscheli (1985).
Wie eine ausserirdische Raumstation: Hotel- und Kuranlage Druschba, Kurpati/Krim. Architekt: Igor A. Wassiljeskii, Ingenieur: Nodar W. Kantscheli (1985).
Philipp Meuser
Zirkus in Kasan/Republik Tatarstan (1967).
Zirkus in Kasan/Republik Tatarstan (1967).
Philipp Meuser
Sozialistische Fortschrittsideologie und traditionelle Motive: Fassadenrelief an einem Gebäude in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe (Mikrorajon 14). Im Vordergrund Ismoil Somoni, der Vater der tadschikischen Nation, als weiser Gelehrter, im Hintergrund die Vertreter der neuen Gesellschaft: Arbeiter, Wissenschaftler und Kosmonauten.
Sozialistische Fortschrittsideologie und traditionelle Motive: Fassadenrelief an einem Gebäude in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe (Mikrorajon 14). Im Vordergrund Ismoil Somoni, der Vater der tadschikischen Nation, als weiser Gelehrter, im Hintergrund die Vertreter der neuen Gesellschaft: Arbeiter, Wissenschaftler und Kosmonauten.
Philipp Meuser
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Juri Gagarin flog am 12. April 1961 als erster Mensch in den Weltraum. Doch kaum jemand weiss, wie die Städte aussehen, in denen die sowjetischen Raumfahrer, Techniker und Ingenieure teilweise bis heute mit ihren Familien leben, für den Einsatz trainierten und die Raumfahrt probten.

In der Sowjetunion besass die Raumfahrt oberste Priorität. «Das Thema hat eine ganze Architektengeneration geprägt», sagt Philipp Meuser, Herausgeber des soeben erschienenen Buches «Architektur für die russische Raumfahrt». Ansgar Oswald und Maryna Demydowets behandeln darin ausführlich Architektur, Innenarchitektur und das Design im Kontext der sowjetischen Raumfahrt. Vom Konstruktivismus zur Kosmonautik versammelt es Pläne, Projekte und Bauten aus der frühen Sowjetunion bis heute. Die Autoren sind weit gereist, um den Status quo dieser im Westen bis heute weitgehend unbekannten Orte in Text und grossformatigen Bildern aufzuzeichnen.

Das Sternenstädtchen Swjosdny Gorodok

Dabei werden die Bauten und Projekte für die russische Kosmonautik auch in den Architekturkontext des 20. Jahrhunderts eingebettet. Bei den Recherchen sind die Autoren auch auf die Pläne für eine Weltraumstadt gestossen: Es geht um das Sternenstädtchen (Swjosdny Gorodok) bei Moskau. Dort werden die Kosmonauten bis heute ausgebildet. Viele wohnen auch dort.

«In der Raumfahrt mögen die USA technisch die Nase vorne gehabt haben. In der Architektur, die die Kosmonautik heroisiert hat, war es die Sowjetunion», ist Philipp Meuser überzeugt. Die Raumfahrt habe auch die Architektur in der Sowjetunion generell beeinflusst: Das Thema Kosmonautik beziehungsweise Überwindung der Gravitation sei ein zentrales Thema der sowjetischen Architektur der Siebziger- und Achtzigerjahre gewesen.

«Architektur für die russische Raumfahrt. Vom Konstruktivismus zur Kosmonautik: Pläne, Projekte und Bauten», DOM Publishers, 230 × 300 mm, 400 Seiten, über 400 Abbildungen, zirka 100 Franken.

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