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Flutkatastrophen kommen die Welt teuer zu stehen

Städte wie Mumbai, New York oder Boston sind besonders von Hochwassern und Flutkatastrophen betroffen. Die Weltbank sieht Milliardeninvestitionen in den Hochwasserschutz als einzigen Ausweg.

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Die Ärmsten trifft es hart: Ein Hochwasser überschwemmt ein Township in der chinesischen Stadt Huadian. (16. August 2013)
Die Ärmsten trifft es hart: Ein Hochwasser überschwemmt ein Township in der chinesischen Stadt Huadian. (16. August 2013)
Reuters

Die finanziellen Schäden bei Flutkatastrophen nehmen weltweit laut einer Studie der Weltbank rapide zu. Ohne Investitionen in den Hochwasserschutz könnten die jährlichen Kosten bis 2050 auf weit über eine Billion Dollar steigen, schätzt die Organisation im Fachmagazin «Nature Climate Change». 2005 verursachten die Fluten in den 136 grössten Hafenstädten, die in die Studie einbezogen wurden, einen Schaden von etwa 6 Milliarden Dollar.

Die Wissenschaftler hatten für die einzelnen Städte das aktuelle und künftige Flutrisiko sowie den Hochwasserschutz analysiert. Sie rechneten drei Zukunftsszenarien durch – ohne, mit 20 Zentimeter und mit 40 Zentimeter Meeresspiegelanstieg bis 2050. Aus den Daten wurde dann die zu erwartenden Kosten bei Überschwemmungen berechnet. Ursachen für die prognostizierte massive Kostenzunahme seien neben dem steigenden Meeresspiegel die Landerosion und sozialökonomische Faktoren wie wachsende Einwohnerzahlen in den betroffenen Regionen.

Ärmere Länder leiden doppelt

Am schwersten trifft es demnach die chinesische Stadt Guangzhou, die bis 2050 gut 13 Milliarden Dollar jährlich für Flutschäden aufbringen muss. Auch das indische Mumbai muss sich laut Studienergebnis auf harte finanzielle Folgen einstellen. Als besonders anfällig wurden auch US-Städte identifiziert: Grossstädte wie Miami, New York oder Boston finden sich in der Kostenliste weit oben.

Setze man die zu erwartenden Kosten in Relation zur Wirtschaftskraft, seien vor allem arme Länder die Leidtragenden. Mögliche Schäden durch andere Wetterextreme wie heftige Stürme seien dabei noch gar nicht eingerechnet. Um den gewaltigen Kostenanstieg zu vermeiden, müsse jede der 136 Städte durchschnittlich 350 Millionen Dollar pro Jahr in den Hochwasserschutz investieren, insgesamt rund 50 Milliarden Dollar.

Kosten einzelner Ereignisse immer höher

Es genüge nicht, die Anlagen an Umweltveränderungen anzupassen. Sie müssten stärker erhöht werden als lediglich dem Meeresspiegelanstieg entsprechend, heisst es in der Studie. So könne die Wahrscheinlichkeit für Überschwemmungen reduziert werden. In der ägyptischen Hafenstadt Alexandria am Mittelmeer zum Beispiel müssten die Anlagen um 67 Zentimeter erhöht werden, wenn mit einem Meeresspiegelanstieg von 60 Zentimetern gerechnet werde. Das sei erforderlich, da die Kosten einzelner Flutereignisse künftig immer höher lägen – und Überschwemmungen deshalb mehr denn je vermieden werden müssten. Selbst wenn Alexandria die Wahrscheinlichkeit einer Flut um das 2,7-Fache senke, die Kosten einer Überschwemmung verdreifachten sich bis 2050 schätzungsweise auf 51 Milliarden Dollar.

(SDA)

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