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Yellen verzichtet auf Kurswechsel

Die neue Chefin der US-Notenbank will ungeachtet der schleppenden Konjunktur die milliardenschweren Geldspritzen weiter zurückfahren.

Sieht derzeit keine Risiken für die USA: Fed-Chefin Yellen vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses. (11. Februar 2014)
Sieht derzeit keine Risiken für die USA: Fed-Chefin Yellen vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses. (11. Februar 2014)
Keystone

Die neue US-Notenbankchefin Janet Yellen hält am Kurs ihres Amtsvorgängers Ben Bernanke fest. Sie erwarte «sehr viel Kontinuität», sagte Yellen am Dienstag in ihren ersten öffentlichen Äusserungen seit ihrem Wechsel an die Spitze der Institution. Sollte sich die amerikanische Wirtschaft weiter verbessern, werde die Fed «weitere gemässigte Schritte» unternehmen, um die Unterstützung durch die monatlichen Anleihenkäufe der Bank zurückzufahren.

Yellen, die seit vergangener Woche die Notenbank leitet, signalisierte bei der Vorstellung des Fed-Halbjahresberichts vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses, dass sie Bernankes Ansicht teile, dass die Wirtschaft genügend an Stärke gewinne, um einer Reduzierung des Konjunkturprogramms standzuhalten. Die Zinsraten sollten aber dennoch niedrig gehalten werden, um weiteres Wachstum anzukurbeln. Damit legte Yellen nahe, dass die Fed ihre kurzfristigen Zinsraten für längere Zeit nahe Null halten wird, eine Botschaft, die die Zuversicht der Anleger steigern dürfte.

Fortschritte in den USA

Die Notenbankchefin betonte, dass die Fed die Volatilität auf den Weltmärkten genau beobachte, aber dass derzeit kein ernsthaftes Risiko für die USA bestehe. «Seit der Finanzkrise und den Tiefen der Rezession wurden entscheidende Fortschritte bei der Gesundung der Wirtschaft und der Stärkung unseres Finanzsystems gemacht», sagte sie. Einige republikanische Abgeordnete in dem Ausschuss äusserten allerdings die Sorge, dass die aussergewöhnlichen Stützmassnahmen der Fed letztlich eine hohe Inflation auslösen oder die Finanzmärkte destabilisieren könnten.

Die Fed hatte zuletzt wegen besserer Aussichten ihr Konjunkturprogramm etwas zurückgefahren: Statt für 85 Milliarden Dollar pro Monat werden nur noch für 65 Milliarden Dollar Anleihen vom Markt gekauft. Diese Entscheidung hatte noch Bernanke kurz vor Ende seiner Amtszeit verkündet. Yellen war aber als Vizepräsidentin daran beteiligt gewesen.

Yellen ist die erste Frau an der Spitze der Fed. Die 67-Jährige war im vergangenen Oktober von US-Präsident Barack Obama als Nachfolgerin von Bernanke nominiert und im Januar vom Senat bestätigt worden. Ihre vierjährige Amtszeit endet am 3. Februar 2018.

SDA/ldc

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