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USA machen Geheimnis um Weltbank-Chef - Diesmal kein Selbstläufer Nominierungsfrist endet am Freitag um 23 Uhr

Washington Die Besetzung des Chefpostens bei der Weltbank wird dieses Mal kein Kinderspiel für die USA.

Der Daueranspruch Washingtons auf die Stelle wird durch Gegenkandidaten erstmals in Zweifel gezogen. Unterdessen machte die US-Regierung selbst bis zuletzt ein Geheimnis aus der Personalie: Noch Stunden vor Ende der Nominierungsfrist am Freitag um 23 Uhr (MEZ) hielt sie sich bedeckt, wen sie als Nachfolger von Robert Zoellick ins Rennen schickt, der mit Vertragsablauf Ende Juni aus dem Amt scheidet. Seit Gründung der Weltbank nach dem Zweiten Weltkrieg haben die USA dort den Chefsessel inne. Bislang gilt die ungeschriebene Regel, dass die Weltbank von einem Amerikaner und der Internationale Währungsfonds (IWF) von einem Europäer geführt wird. In der Weltbank haben die USA den grössten Stimmenanteil und können sich zudem der Rückendeckung durch Japan und die europäischen Länder sicher sein. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hatte zuletzt in einem Reuters-Interview signalisiert, dass Deutschland den US-Kandidaten unterstützen werde. Konkurrentin aus Afrika Dieser wird sich gegen die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala durchsetzen müssen, die ausser von ihrem eigenen Land auch von Angola und Südafrika nominiert wird. Okonjo-Iweala hat sich als Wirtschaftsfachfrau und als Diplomatin einen Namen gemacht. Für Experten ist die nigerianische Politikerin eine glaubhafte Bewerberin. Dies erhöhe den Druck auf die USA, nun selbst mit einem «wirklich starken» Kandidaten aufzuwarten. Zum ersten Mal gebe es Wettbewerb oder zumindest einen Eindruck von ernsthaften Wettbewerb, sagte eine Expertin. Bereits beworben hat sich auch der frühere kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo. Ausserdem wurde der an der Columbia Universität lehrende US-Wirtschaftswissenschaftler Jeffrey Sachs nominiert, allerdings ohne offizielle Rückendeckung aus Washington. Vermehrt Frauen im Gespräch Die USA hatten zuletzt mehrere Personalvorschläge in der Hinterhand. Als mögliche Kandidaten und Kandidatinnen wurden etwa die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, die in Indien geborene PepsiCo-Chefin Indra Nooyi, die Professorin Laura Tyson, der US-Senator John Kerry sowie Lawrence Summers, ein früherer Wirtschaftsberater Obamas gehandelt. Hauptaufgabe der Weltbank ist es, Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessern. Zu erkennen war immerhin eine Tendenz, diesmal eine Frau auf den Spitzenposten zu hieven, nachdem dies bei der Schwesterorganisation IWF mit der Französin Christine Lagarde bereits erstmals der Fall ist. Das Weltbank-Direktorium wird nach Fristablauf die Kandidatenliste auf drei Namen beschränken. Aus diesen soll dann beim nächsten der halbjährlichen Treffen von Weltbank und IWF am 21. April der neue Präsident bestimmt werden.

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