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Zukauf bringt Julius Bär Milliarden an Kundengelder

Die ersten vier Monate 2013 waren für Julius Bär äusserst erfolgreich. Die Zürcher Privatbank verwaltet 220 Milliarden Franken – 16 Prozent mehr als 2012. Grund ist die Übernahme einer Tochter der Bank of America.

Die Übernahme der Vermögensverwaltung von Merrill Lynch ausserhalb der USA hat der Zürcher Privatbank 24 Milliarden Franken in die verwalteten Vermögen gespült: Das Logo der Bank Julius Bär.
Die Übernahme der Vermögensverwaltung von Merrill Lynch ausserhalb der USA hat der Zürcher Privatbank 24 Milliarden Franken in die verwalteten Vermögen gespült: Das Logo der Bank Julius Bär.
Keystone

Die Privatbank Julius Bär hat in den ersten vier Monaten 2013 dank der Akquisition des Vermögensverwaltungsgeschäfts ausserhalb der USA von Merrill Lynch die von ihr verwalteten Vermögen deutlich ausgebaut. Sie beliefen sich auf 220 Milliarden Franken, 16 Prozent mehr als noch Ende 2012.

Von den insgesamt 31 Milliarden Franken an zusätzlichen Kundengeldern seit Anfang Jahr stammen rund 24 Milliarden Franken vom Merrill-Lynch-Geschäft, wie Julius Bär im Rahmen eines Zwischenberichts mitteilte.

Kundengelder mehr als verdoppeln

Die Zürcher Privatbank hatte im vergangenen August bekannt gegeben, dass sie diese Geschäftseinheit der Bank-of-America-Tochter für rund 860 Millionen Franken übernehmen wird. Inzwischen sind weite Teile integriert worden.

Unter anderem hat Julius Bär im Februar die Schweizer Filiale in Genf sowie im April die Geschäftseinheiten in Uruguay, Chile, Luxemburg und Monaco einverleibt. Die Merrill Lynch Bank (Suisse) steuerte von den 24 Milliarden Franken rund 11 Milliarden Franken bei, 13 Milliarden Franken stammen von den anderen Standorten.

Kundengelder mehr als verdoppeln

Über die nächsten zwei Jahre will Julius Bär die Kundengelder weiter erhöhen. Zwischen 57 und 72 Milliarden Franken verwaltete Vermögen sollen demnach über das Vermögensverwaltungsgeschäft von Merrill Lynch akquiriert werden.

Die gesamthaft von Julius Bär betreuten Kundenvermögen, einschliesslich der übertragenen Vermögenswerte von Dritten, beliefen sich per Ende April auf 309 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Anstieg um 12 Prozent.

Neugeldzufluss unter Zielvorgaben

Die Zunahme der verwalteten Vermögen um den Akquisitionseffekt bereinigt sei auf eine positive Marktperformance, einen positiven Währungseffekt sowie zusätzlichen Nettoneugeldern zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung. Allerdings lag der Neugeldzufluss unter der eigenen Zielbandbreite der Gruppe.

Die Neugeldentwicklung 2013 werde wesentlich von der Umsetzung der Steuervereinbarungen beeinflusst, schreibt Julius Bär. Konkret dürften die Umsetzung der Abgeltungssteuervereinbarungen mit Grossbritannien und Österreich sowie die anhaltende Selbstdeklaration der Kunden in anderen europäischen Ländern den Geldzufluss bremsen. Die Bank rechnet mit Nettoneugeldern im Gesamtjahr am unteren Ende der Zielbandbreite von 4 bis 6 Prozent.

Auch deshalb wird in ersten Analystenkommentaren der vorliegende Zwischenbericht als durchzogen beurteilt. Die Kostenentwicklung decke sich mehr oder weniger mit den Erwartungen. Als schwach wird hingegen die Nettoneugeldentwicklung unter Ausklammerung der neu integrierten Kundenvermögen von Merrill Lynch bezeichnet. Die Anleger urteilten offenbar weniger streng: Der Kurs der Julius-Bär-Aktie legte im frühen Handel leicht zu. Bis kurz vor 10 Uhr stand der Titel 0,2 Prozent im Plus.

SDA/wid/bru

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