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Wie der Gripen den staatseigenen Rüstungsbetrieb beflügelt

Neue Hinweise zeigen: Der Kampfjet-Entscheid könnte schon länger beschlossene Sache gewesen sein. Als grösster Nutzniesser der Gripen-Beschaffung entpuppt sich der staatliche Rüstungskonzern Ruag.

Der Deal kommt ihr massgeblich zu Gute: Rüstungsfirma Ruag.
Der Deal kommt ihr massgeblich zu Gute: Rüstungsfirma Ruag.
Keystone

Der Entscheid, 22 Gripen-Kampfjets zu beschaffen, stösst bei Beobachtern auf Unverständnis. Der Gripen gilt als technisch unterlegen. Doch durch den Deal gibt es auch einige Nutzniesser:

Der Bundesratsentscheid beschert etwa der staatlichen Rüstungsfirma Ruag eine enge Zusammenarbeit mit dem Jet-Hersteller Saab. Im Dossier zuhanden des Bundesrats wird der Umfang für die direkten Kooperationen mit 1,7 Milliarden Franken angegeben, wie die «SonntagsZeitung» aus mehreren Quellen in Erfahrung gebracht hat.

Endmontage soll 500 Millionen Franken einbringen

Von diesen Kooperationsgeschäften profitiert in erster Linie der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag. So würde die Endmontage der Kampfjets bei Ruag Aviation in Emmen erfolgen und laut der Informanten 500 Millionen Franken einbringen.

Der Entscheid, welches Kampfflugzeug sich die Schweiz schlussendlich beschaffen will, hatte sich zuvor über Jahre hingezogen. Wie der «Sonntag» berichtet, sei die Entscheidung jedoch schon Monate vor der offiziellen Verkündigung gefallen.

«Gripen-Allianz» machte sich schon früh stark

Recherchen zeigen, dass sich im VBS eine «Gripen-Allianz» immer wieder für das schwedische Kampfflugzeug stark gemacht hat. Obwohl der Jet in geheimen Evaluationsberichten nur die Note «ungenügend» erhielt, äusserte sich Luftwaffenchef Markus Gygax am 25. August 2010 beinahe überschwänglich: «Es ist ein phänomenales Flugzeug, wenn man bedenkt, wie klein, kompakt und doch leistungsfähig es ist.»

Für den Luftwaffenchef schien das Flugzeug den Anforderungen der Schweiz locker zu genügen: «Was ist die Alternative?», fragte er gegenüber dem «Sonntag». Zudem habe man sich nur bis zum Mauerfall an sowjetischen Flugzeugen messen müssen. Heute gebe es in der Luft «keine Kampfjet-Bedrohung mehr».

«Leistungsfähige Luftwaffe»

Auch Res Schmid, Nidwaldner SVP-Regierungsrat und gemäss «Sonntag» Maurers Kampfjet-Berater, setzte sich schon im 2010 für das Flugzeug ein: Mit den 33 F/A-18 und den 22 Gripen habe die Schweiz eine «sehr leistungsfähige Luftwaffe».

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