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Jetzt will VW doch nicht manipuliert haben

In den USA hat VW in der Dieselaffäre seine Schuld eingestanden. In Europa argumentiert der Konzern anders.

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Vergleich zwischen VW und Autobesitzern: Die US-Flagge reflektiert im VW-Logo. (Archivbild)
Vergleich zwischen VW und Autobesitzern: Die US-Flagge reflektiert im VW-Logo. (Archivbild)
Keystone
Anfangsverdacht auf Betrug und «strafbare Werbung»: Martin Winterkorn, hier bei einer Anhörung im Bundestag in Berlin. (19. Januar 2017)
Anfangsverdacht auf Betrug und «strafbare Werbung»: Martin Winterkorn, hier bei einer Anhörung im Bundestag in Berlin. (19. Januar 2017)
Michael Sohn, Keystone
Rund 2000 Strafanzeigen haben Kunden in der Schweiz gegen VW und die Generalimporteurin Amag wegen Betrugs eingereicht.
Rund 2000 Strafanzeigen haben Kunden in der Schweiz gegen VW und die Generalimporteurin Amag wegen Betrugs eingereicht.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Wir haben nicht manipuliert: VW sagt, dass die Abgas-Software EU-Recht entspreche. (23. Oktober 2015)
Wir haben nicht manipuliert: VW sagt, dass die Abgas-Software EU-Recht entspreche. (23. Oktober 2015)
Ralf Hirschberger, AFP
Der Autobauer sieht sich einer Flut von Klagen ausgesetzt.
Der Autobauer sieht sich einer Flut von Klagen ausgesetzt.
AP Photo/Markus Schreiber, Keystone
Schon im Herbst 2010 lagen EU-Beamten Hinweise vor, dass Autohersteller die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen manipulieren.
Schon im Herbst 2010 lagen EU-Beamten Hinweise vor, dass Autohersteller die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen manipulieren.
Alexander Koerner/Getty Images
Insgesamt waren weltweit über 11 Millionen Dieselfahrzeuge von den falschen Schadstoffangaben betroffen. (29. Juli 2015)
Insgesamt waren weltweit über 11 Millionen Dieselfahrzeuge von den falschen Schadstoffangaben betroffen. (29. Juli 2015)
AP Photo/Jens Meyer
Rückschlag für VW: Die für Luftqualität zuständige kalifornische Behörde Carb hat den Rückruf-Plan von VW abgelehnt. Auf dem Bild ist das Phillip Burton Gerichtsgebäude in San Francisco, California, zu sehen. (30. Juni 2016)
Rückschlag für VW: Die für Luftqualität zuständige kalifornische Behörde Carb hat den Rückruf-Plan von VW abgelehnt. Auf dem Bild ist das Phillip Burton Gerichtsgebäude in San Francisco, California, zu sehen. (30. Juni 2016)
John G. Mabanglo, Keystone
Die Justiz kommt auf den Geschmack: Die Staatasanwaltschaft Braunschweig ermittelt nun gegen ex-VW-Chef Martin Winterkorn. (April 2014)
Die Justiz kommt auf den Geschmack: Die Staatasanwaltschaft Braunschweig ermittelt nun gegen ex-VW-Chef Martin Winterkorn. (April 2014)
Michael Kappeleer, Keystone
Keine Ruhe in der Abgasaffäre: Nachprüfungen machen eine neue Rückrufaktion von deutschen Autoherstellern nötig. (1. Oktober 2015)
Keine Ruhe in der Abgasaffäre: Nachprüfungen machen eine neue Rückrufaktion von deutschen Autoherstellern nötig. (1. Oktober 2015)
Patrick Pleul/DPA
Volkswagen muss in den USA viele Fahrzeuge zurückkaufen: Eine VW-Fabrik in Chattanooga, Tennessee. (21. Februar 2012)
Volkswagen muss in den USA viele Fahrzeuge zurückkaufen: Eine VW-Fabrik in Chattanooga, Tennessee. (21. Februar 2012)
Erik S. Lesser, Keystone
Ab Ende Januar werden die betroffenen Autos zurückgerufen: VW-Fahrzeuge bei Amag Automobil und Motoren AG in Lupfig. (1. Oktober 2015)
Ab Ende Januar werden die betroffenen Autos zurückgerufen: VW-Fahrzeuge bei Amag Automobil und Motoren AG in Lupfig. (1. Oktober 2015)
Walter Bieri, Keystone
Volkswagen will Verdacht auf Manipulationen mehrheitlich entkräftet haben: Die VW-Fabrik in Baunatal. (8. Dezember 2015)
Volkswagen will Verdacht auf Manipulationen mehrheitlich entkräftet haben: Die VW-Fabrik in Baunatal. (8. Dezember 2015)
Uwe Zucchi, Keystone
VW kündigt eine grosse Rückrufaktion für Anfang 2016 an:  John Swanton, Sprecher einer kalifornischen Umweltbehörde, zeigt, wie ein VW Passat Diesel auf Abgase getestet wird in einem Labor in El Monte. (30. September 2015)
VW kündigt eine grosse Rückrufaktion für Anfang 2016 an: John Swanton, Sprecher einer kalifornischen Umweltbehörde, zeigt, wie ein VW Passat Diesel auf Abgase getestet wird in einem Labor in El Monte. (30. September 2015)
Nick Ut, Ex-Press
Vorschlag der Konsumentenschützer für den VW-Importeur: Die Amag-Gruppe in Buchs (25. September 2015).
Vorschlag der Konsumentenschützer für den VW-Importeur: Die Amag-Gruppe in Buchs (25. September 2015).
Gian Ehrenzeller, Keystone
In der Schweiz sammelt die Bundesanwaltschaft die Anzeigen, die die Abgasaffäre betreffen: Front eines VW-T1-Busses.
In der Schweiz sammelt die Bundesanwaltschaft die Anzeigen, die die Abgasaffäre betreffen: Front eines VW-T1-Busses.
Julian Stratenschulte, Keystone
Kommt noch mehr ans Tageslicht? Armaturen eines Volkswagens. (9. Oktober 2015)
Kommt noch mehr ans Tageslicht? Armaturen eines Volkswagens. (9. Oktober 2015)
Hendrik Schmidt, Keystone
Durchsuchungen in Wolfsburg: Die Staatsanwaltschaft sucht nach weiteren Hinweisen im VW-Skandal. (8. Oktober 2015)
Durchsuchungen in Wolfsburg: Die Staatsanwaltschaft sucht nach weiteren Hinweisen im VW-Skandal. (8. Oktober 2015)
Julian Stratenschulte, AFP
Wusste schon länger von möglichen Strafen der US-Umweltbehörde EPA: Michael Horn, US-Chef von VW. (Archivbild)
Wusste schon länger von möglichen Strafen der US-Umweltbehörde EPA: Michael Horn, US-Chef von VW. (Archivbild)
Andrew Burton, AFP
Volkswagen wird fünf Millionen Kunden schriftlich in die Garage bitten, um das «Abgasverhalten ihres Fahrzeuges» nachzubessern.
Volkswagen wird fünf Millionen Kunden schriftlich in die Garage bitten, um das «Abgasverhalten ihres Fahrzeuges» nachzubessern.
Patrik Stollarz, AFP
VW will eine Milliarde Euro weniger investieren pro Jahr: Ein Arbeiter montiert Motoren im Werk in Zwickau in Ostdeutschland. (6. September 2015)
VW will eine Milliarde Euro weniger investieren pro Jahr: Ein Arbeiter montiert Motoren im Werk in Zwickau in Ostdeutschland. (6. September 2015)
Jens Meyer, Keystone
Verkaufsverbot: VW-Fahrzeuge vor einer Garage der Amag-Gruppe, des VW-Importeurs für die Schweiz. (25. September 2015)
Verkaufsverbot: VW-Fahrzeuge vor einer Garage der Amag-Gruppe, des VW-Importeurs für die Schweiz. (25. September 2015)
Keystone
Abgang als VW-Konzernchef: Martin Winterkorn zieht die Konsequenzen aus dem Abgasskandal und tritt zurück. Trotzdem soll er weiterhin in zentralen Führungspositionen bleiben. (23.9.2015)
Abgang als VW-Konzernchef: Martin Winterkorn zieht die Konsequenzen aus dem Abgasskandal und tritt zurück. Trotzdem soll er weiterhin in zentralen Führungspositionen bleiben. (23.9.2015)
Michael Kappeler/EPA
Ablösung an der Spitze: Martin Winterkorn (l.) wird durch Matthias Müller ersetzt. (18. März 2014)
Ablösung an der Spitze: Martin Winterkorn (l.) wird durch Matthias Müller ersetzt. (18. März 2014)
Keystone
Die Zurich soll Reserven im Fall VW angelegt haben: Das Logo des Versicherungskonzerns in Zürich. (11. März 2014)
Die Zurich soll Reserven im Fall VW angelegt haben: Das Logo des Versicherungskonzerns in Zürich. (11. März 2014)
Steffen Schmidt, Keystone
Laut dem deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt sind in Deutschland mindestens 2,8 Millionen Fahrzeuge von VW von der Abgasmanipulation betroffen.
Laut dem deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt sind in Deutschland mindestens 2,8 Millionen Fahrzeuge von VW von der Abgasmanipulation betroffen.
Brennen Linsley/AP
Der fehlerhafte VW-Motor vom Typ EA 189 sei auch in Fahrzeuge der Modellreihen A1, A3, A4 und A6 verbaut worden, sagt ein Audi-Sprecher: Eine Frau geht an einer Audi-Vertretung in Chicago vorüber. (22. September 2015)
Der fehlerhafte VW-Motor vom Typ EA 189 sei auch in Fahrzeuge der Modellreihen A1, A3, A4 und A6 verbaut worden, sagt ein Audi-Sprecher: Eine Frau geht an einer Audi-Vertretung in Chicago vorüber. (22. September 2015)
Scott Olson/Getty Images/, AFP
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Wie die Online-Ausgabe der «Süddeutschen Zeitung» berichtet, will VW in der Abgasaffäre mit einer neuen, überraschenden Strategie Schadenersatzzahlungen an Millionen Kunden in Deutschland und Europa entgehen. Der Konzern behauptet, man habe in der EU den Schadstoffausstoss von Diesel-Personenwagen gar nicht manipuliert und keine Vorschriften verletzt. «Während VW also Gesetzesverstösse in der EU abstreitet, hat der Konzern in den USA Manipulationen zugegeben und zahlt dort mehr als 16,5 Milliarden Dollar an Schadenersatz und Strafen», schreibt die «Süddeutsche» weiter.

Wie das Unternehmen auf Anfrage mehrerer Medien erklärte, stelle die in den betreffenden Fahrzeugen eingebaute Software «keine unzulässige Abschalteinrichtung nach europäischem Recht dar». Abschalteinrichtung bedeutet, dass die Abgas-Reinigung nach der offiziellen Messung auf dem Prüfstand weitgehend ausgeschaltet wird, was zu einem zigfach höheren Schadstoffausstoss auf der Strasse führt. «So gingen bisher viele Hersteller vor, um die Kosten für den Betrieb ihrer Personenwagen zu senken. Allerdings tat dies kaum ein Konzern so vehement wie Volkswagen», schreibt die «Süddeutsche» weiter.

Die Argumentation des Konzerns

Anders als in den USA will der Konzern in Europa weder Schadenersatz noch Strafe zahlen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) geht allerdings gegen VW vor. Das KBA verlangt vom Unternehmen, 2,4 Millionen Autos in Deutschland so umzurüsten, dass der Stickoxid-Ausstoss deutlich sinkt. Der Autohersteller hat zwar damit begonnen, hält aber den Bescheid des KBA für juristisch falsch.

VW rüstet aber die Autos trotzdem um. Man wolle im «besonderen Interesse der Kunden» mit den Behörden zusammenarbeiten. Schadenersatzklagen von Kunden werden aber nicht akzeptiert. Man habe die Vorhaben für die gesetzlich vorgeschriebenen Schadstoff-Messungen erfüllt – auf dem Prüfstand, heisst es bei VW. «Von einer Manipulation lässt sich deshalb nicht sprechen.»

Das Unternehmen bestreitet auch, dass die Stickoxid-Emissionen von Diesel-Personenwagen gesundheitsschädlich seien, «was aus Sicht des Umweltbundesamtes erwiesen» sei, wie die «Süddeutsche» festhält. «Eine seriöse Ermittlung von Krankenzahlen oder sogar Todesfällen für bestimmte Bevölkerungsgruppen ist nach unserem Kenntnisstand aus wissenschaftlicher Sicht nicht möglich», erklärte VW.

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