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VW verliert erfolgreichen Manager an Volvo

Schlag für Volkswagen in den USA: Der Konzern verliert mitten im Umbau den Chef des US-Geschäftes Stefan Jacoby.

Er weiss, wie man Autokonzerne führt: Stefan Jacoby, Chef des US-Geschäfts von VW.
Er weiss, wie man Autokonzerne führt: Stefan Jacoby, Chef des US-Geschäfts von VW.
Reuters

Einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zufolge soll Jacoby vor einem Wechsel zu Volvo stehen. VW teilte mit, es liefen Vertragsgespräche mit Jacoby, zwei andere Manager hätten seine Aufgaben übernommen. Volvo wollte nicht Stellung nehmen.

Der 52 Jahre alte Topmanager Jacoby war 2007 zur Sanierung des verlustträchtigen Geschäftes in die USA geschickt worden. VW macht seit Jahren dreistellige Millionenverluste in den USA, weil die Modelle nicht den Geschmack der Amerikaner treffen und zu teuer sind.

Jacoby verlegte als ersten Schritt das VW-US-Hauptquartier aus der sterbenden Autogegend um Detroit in die Nähe der Hauptstadt Washington und strich dabei 400 Stellen. Anschliessend setzte er den Bau eines eigenen VW-Werkes in den USA im Bundesstaat Tennessee durch, das 2011 die Produktion aufnehmen soll. Damit kann der grösste europäische Autobauer den Währungsnachteil ausgleichen, der beim Export von Autos aus dem Euroraum in die USA entsteht.

Angriff zielt auf Toyota

Die Fabrik soll ein neues Automodell herstellen, das extra für den US-Markt entwickelt worden ist und den erfolgreichen Familienwagen Toyota Camry angreifen soll. In diesem mittleren Limousinen-Segment werden pro Jahr rund 2 Millionen Autos in den USA verkauft. Davon will VW sich zunächst 150.000 Stück sichern. Im Jahr 2009 hatte VW 213.000 Autos in den USA verkauft, in drei bis vier Jahren sollen es 400.000 bis 450.000 werden, wie Jacoby im Januar angekündigt hatte.

Bis zum Jahr 2018 soll das US-Geschäft 800.000 Volkswagen und 200.000 Audi ausmachen. Das soll der US-Beitrag sein zu Konzernchef Martin Winterkorns Ziel, Toyota als grössten Autobauer zu überholen. Für das Jahr 2013 hatte Jacoby das Erreichen der Gewinnschwelle im US-Geschäft angekündigt.

Die schwedische Ford-Tochter Volvo wird zurzeit für 1,8 Milliarden Dollar (1,34 Milliarden Euro) an den chinesischen Hersteller Geely verkauft. Beide Unternehmen unterzeichneten im März ein entsprechendes Abkommen. Ford hatte die Volvo-Pkw-Sparte 1999 für 6,45 Milliarden Dollar gekauft und versuchte seit Ende 2008, sie wieder zu verkaufen. Die Übernahme soll im dritten Quartal abgewickelt werden, sobald die Wettbewerbshüter grünes Licht gegeben haben.

dapd/cpm

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