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Verlust für JP Morgan womöglich fünfmal höher als angenommen

Die US-Grossbank hatte im Mai bekanntgegeben, bei Fehlspekulationen rund zwei Milliarden Dollar verloren zu haben. Laut eines Medienberichts könnte die Verlustsumme massiv höher sein.

Die Verluste der grössten US-Bank JPMorgan Chase nach Fehlspekulationen könnten einem Bericht zufolge fast fünfmal so hoch sein wie zunächst eingeräumt. Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle, im schlimmsten Fall könne sich der Verlust einer internen Berechnung zufolge auf acht bis neun Milliarden Dollar (6,4 bis 7,2 Milliarden Euro) belaufen. Andere Experten gingen eher von sechs bis sieben Milliarden Dollar Verlust aus, weil sich die Bank bereits von den problematischsten Handelspositionen getrennt habe.

JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte die Verluste durch Fehlspekulationen mit Kreditausfallversicherungen im Mai zunächst auf zwei Milliarden Dollar beziffert, aber eingeräumt, dass sie noch weiter anwachsen könnten. Vergangene Woche berichtete der US-Fernsehsender CNBC, die Verluste würden sechs oder sieben Milliarden Dollar nicht übersteigen, da das Unternehmen schnell reagiert habe. Demnach veräusserte die Bank 65 bis 70 Prozent der Papiere, mit denen sich ihre Investmentabteilung in London verzockt hatte.

Untersuchungen eingeleitet

Die Lage der Bank hat sich jedoch verschlechtert, weil inzwischen Hedgefonds gegen sie wetten. Laut «NYT» will JPMorgan Chase am 13. Juli bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen bekannt geben, wie hoch die Verluste wirklich sind.

Mehrere US-Regulierungsbehörden haben Untersuchungen des Vorfalls eingeleitet, auch der Kongress in Washington prüft die Vorgänge. Die US-Regierung will den Eigenhandel von Banken mit Kreditausfallversicherungen stark beschränken. JPMorgan-Chef Dimon gehört zu den schärfsten Kritikern dieses Vorhabens. Bei einer Anhörung bezeichnete er die Milliardenverluste als «isoliertes Ereignis», das durch die gute Kapitalausstattung der Bank habe aufgefangen werden können.

AFP/kpn

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