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Überfällige Öffnung

In der Schweiz soll ab 2018 jeder Haushalt und jedes Gewerbe den Stromlieferanten frei wählen können. Ein Kommentar von Stefan Schnyder, Leiter Ressort Wirtschaft

Endlich. Mit mehreren Jahren Rückstand auf Nachbarländer wie Deutschland will der Bundesrat im Jahr 2018 den Strommarkt auch für Privathaushalte öffnen. Das ist für die Stromkonsumenten eine gute Nachricht. Denn bislang konnten sie nur von europaweit tiefen Strompreisen lesen, aber nicht davon profitieren. Zudem deuten Preisunterschiede innerhalb der Schweiz von bis zu 40 Prozent darauf hin, dass etwas falsch läuft.

Gegner der Strommarktliberalisierung behaupten, dass diese den Konsumenten nicht viel bringe, weil die Stromrechnung nur ein kleiner Posten im Haushaltsbudget sei. Das mag zutreffen. Ein durchschnittlicher Haushalt gibt vielleicht an die 1000 Franken im Jahr für den Strom aus. Das Einsparungspotenzial ist in der Tat viel kleiner als bei einem Wechsel von einer teuren zu einer günstigen Krankenkasse.

Doch andererseits gibt es keinen Grund, wieso die Konsumenten beim Strom in einem Monopol gefangen sein sollen. Schon allein die Tatsache, dass die Energiekonzerne wissen, dass ein Kunde den Anbieter wechseln kann, wirkt preisdämpfend. Auch das Argument, dass der freie Markt die Konsumenten überfordere, trifft nicht zu. Diese wissen – auch dank Vergleichsportalen – genau, wie sie den besten Anbieter finden. Und: Wer nicht wechseln mag, muss nicht.

Schliesslich ist es für die Energiekonzerne und die Gemeindewerke höchste Zeit, dass sie sich dem Markt stellen. Nur so sind sie gezwungen, neue Produkte zu entwickeln und die Bedürfnisse der Kunden frühzeitig zu erkennen. Die Zeit der Strombarone läuft voraussichtlich im Jahr 2018 ab. Das ist gut so.

stefan.schnyder@bernerzeitung.ch Twitter: @schnyderlopez

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